Vernetzung

Telekommunikation & Breitbandinfrastruktur

Kritische Infrastruktur & Corona-Pandemie

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten im Homeoffice und Unternehmen ersetzen Geschäftsreisen durch Videokonferenzen. Dabei wachsen die Sorgen, ob die Breitbandinfrastruktur diesem zusätzlichen Bedarf gewachsen ist – auch genährt durch Berichte aus anderen Ländern über Engpässe im Netz.

Für Deutschland gibt Bitkom folgende Antworten zu den drängendsten Fragen:

Infolge der Corona-Pandemie steigt die Auslastung der Telekommunikation. Ist das Netz dafür gewappnet?

Die Breitbandinfrastruktur in Deutschland ermöglicht eine hohe Verfügbarkeit von schnellem Internet. Die Spitzenbelastungen entfallen regelmäßig auf die Abendstunden. Infolge der Corona-Pandemie verlagern sich viele berufliche und private Tätigkeiten in das eigenen Zuhause und damit auch ins Internet – diese finden aber überwiegend zu den üblichen Arbeitszeiten statt, in denen bisher bei weitem keine Spitzenbelastungen angefallen sind. Zwar steigt der Datenverkehr insgesamt an. Aber neue Lastspitzen werden dadurch bislang nicht erreicht.

Sollte die Internetnutzung eingeschränkt werden, um einer möglichen Überlastung vorzubeugen?

In der aktuellen Situation ist es nicht nötig, sich bei der Online-Nutzung einzuschränken. Bei etwaigen Beeinträchtigungen sollten Nutzer prüfen, die Router-Einstellungen zu optimieren, etwa indem der Datenverkehr im eigenen Heimnetz für einzelne Geräte oder Anwendungen priorisiert wird, zum Beispiel für den Arbeitslaptop.

Welche Anwendungen und Dienste rufen den größten Datenverkehr hervor?

Der Großteil der Datennutzung in den Netzen entfällt auf Video-Streaming. Das macht etwa 60 Prozent des gesamten Datenverkehrs aus. Die Anforderungen von Homeoffice sind vergleichsweise gering. E-Mails und Kollaborations-Tools erfordern nur sehr kleine Bandbreiten. Selbst Videokonferenzen sind mit vergleichsweise geringen Geschwindigkeiten zwischen 2 und 8 Mbit/s problemlos möglich.

Was unternehmen die Netzbetreiber, damit das Internet und Online-Dienste weiterhin stabil verfügbar bleiben?

Die Netzbetreiber prüfen die Netze permanent mit einem umfassenden Monitoring auf ihre Funktionsfähigkeit. Mögliche Engpässe können durch ein effektives Netzwerk-Management verhindert werden. Aktuell wie perspektivisch geht es darum, den Breitbandausbau weiter voranzutreiben. Dafür braucht es einfache und schnelle Genehmigungsverfahren ebenso wie Möglichkeiten, innovative und oberirdische Verlegungsmethoden einfacher zum Einsatz zu bringen.

Was muss die Politik für eine konstant hohe Netzverfügbarkeit tun?

Der Einsatz von Technikern im Außendienst muss unter allen Umständen gewährleistet werden, um schnell und zuverlässig auf Störungen reagieren zu können.

Eine teilweise Offenhaltung von Verkaufs- und Beratungsstellen der Telekom-munikationsanbieter kann unter der Voraussetzung besonderer Sicherheitsvorkehrungen sinnvoll sein, um ein schnelle Bereitstellung von Hardware und Konnektivitätsprodukten in einer Zeit zu er-möglichen, in der elektronische Kommunikation für viele Menschen essentiell ist. Unabhängig davon muss die Bewegungsfreiheit der für den Kundensupport erforderlichen Kräfte unter Beachtung der notwendigen Schutzmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Kunden sicher-gestellt sein. Neben dem Zugang zum Kunden im Bedarfsfall zählt hierzu insbesondere die Aufrecht-erhaltung der Logistik (Bestell- und Lieferfähigkeit, z.B. zur Versorgung mit Routern, Smartphones, SIM-Karten), um den fortwährenden Zugang der Kunden zum Internet aufrechtzuerhalten.

 

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