An einem Strang ziehen

#CoronaCare: Plattformen zeigen, dass auch Nachbarschaftshilfe digital funktioniert

Frau mit Handy
Überregionale Plattformen

Coronahilfe-Start.de von Rockethome soll Menschen lokal miteinander vernetzen und eine Plattform für unkomplizierte Nachbarschaftshilfe bieten. Über ein digitales schwarzes Brett werden Hilfsangebote und Gesuche koordiniert. Die Plattform kann in Städten, Kommunen, Quartieren, innerhalb von Unternehmen oder anderen Konstellationen eingesetzt werden. Sie wird bei Bedarf für den jeweiligen Anwendungsfall angepasst und kostenfrei bereitgestellt.

Auf Facebook gibt es zahlreiche Menschen, die sich virtuell verbinden und gegenseitig unterstützen. Sie beteiligen sich an Initiativen für den Erhalt lokaler Geschäfte und Unternehmen oder teilen Inhalten, die zur Unterhaltung und Aufklärung aller zur Verfügung gestellt werden. Hier eine Auswahl einiger Facebook-Gruppen, die beispielhaft für Communities aus der gesamten Region stehen und sich engagieren:

WirHelfen ist eine zentrale Anlaufstelle für das Hilfsangebot in Deutschland. In Zeiten der Not funktioniert WirHelfen wie ein digitales Telefonbuch, das auf einer interaktiven Karte bundesweit alle Nachbarschaftshilfen in Deutschland übersichtlich darstellt und Hilfesuchende und Helfer unkompliziert zusammenbringt. Alles ohne Registrierung oder komplizierte Vermittlung. 

Helpunity ist eine Hilfe-Plattform, die Communities in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien auf mehrere Arten Unterstützung anbietet: Unternehmen können sich beteiligen und regional nach Mitarbeiter suchen. Außerdem bietet die Seite ein FAQ zu den gängigsten Fragen über Covid-19 und gibt eine Übersicht zu digitalen Angeboten im Fitness- und Weiterbildungs-Bereich. Auch Livestreams und digitale Meetups finden sich auf der Seite.

Nachdem nebenan.de in den vergangenen Tagen eine große  verzeichnete, weitet die Plattform jetzt ihre Aktivitäten gemeinsam mit einem großen Partnernetzwerk aus, um noch mehr Menschen unkomplizierte Nachbarschaftshilfe zu ermöglichen. Dazu launcht nebenan.de die neue Hilfe-Seite https://nebenan.de/corona, wo Hilfe-Gesuche nach PLZ sortiert ins geschützte Nachbarschaftsnetzwerk eingespielt werden. Um auch Menschen ohne Internetanschluss zu erreichen, schaltet die gemeinnützige nebenan.de Stiftung die Hotline 0800 866 55 44. Auch das Aktionsbündnis gemeinschaft.online spielt über seine Hotline 07172-9340048 Hilfe-Gesuche auf nebenan.de/corona ein.

Darüber hinaus hat das Deutsche Rote Kreuz einen Einkaufsservice, um Senioren und Menschen mit Behinderung zu entlasten. Ein Mitarbeiter kann bei Einkäufen begleiten oder auch eine Einkaufsliste abarbeiten. Sie schreiben eine Liste und bekommen ihren Einkauf nach Hause geliefert.

Einkaufswagen
Lokale Plattformen

In Berlin hat der 15-jährige Noah Adler das Onlineportal Coronaport entwickelt. Damit möchte er Nachbarn, die Hilfe anbieten, mit denjenigen verbinden, die Hilfe brauchen. Es sind schon über 2500 Leute in der Datenbank.

Außerdem können sich Berliner auf der Plattform bürgeraktiv – das Engagement Portal registrieren. Dort sind die Nachbarschaftshilfeseiten der jeweiligen Bezirke aufgelistet, um freiwillig Engagierte und Hilfsbedürftige zu vernetzen.

Auch eine Nachbarschaftshilfe für queere Menschen gibt es in Berlin. Die Initiative Queer & Womxn Relief wird über einen queeren Kunstraum in Prenzlauer Berg organisiert. Die Nachbarschaftshilfe ist unter anderem dafür da, Menschen zu helfen, die in Quarantäne sind und selber nicht mehr ein einkaufen gehen können und vielleicht Angst vor Diskriminierungen bei normalen Nachbarschaftshilfen haben. Die Initiative will außerdem ein zweites Netz für Menschen aufbauen, die auch sonst auf Unterstützung angewiesen sind und deren Hilfsperson durch die Quarantäne wegfällt.

Eine  Berliner Nachbarschaftshilfe, die Shop-Besitzer und Gastronomen unterstützt gibt es unter dem Namen  Long Live The Block. Auf der Webseite findet man Partner, bei denen man Gutscheine kaufen kann. Die Liste umfasst unter anderem Fitness/Gesundheit, Werkstätten, Restaurants, Hotels, Fashion, und Cafés.

Auf der Bürgerplattform nachbarschaftshilfe.nrw können Menschen in NRW mit ihren Nachbarn ins Gespräch kommen und sich gegenseitig unterstützen - etwa mit Tipps, Neuigkeiten oder korrekten Hilfeleistungen. Bürgerinnen und Bürger können sich in ihrem Stadt-Forum aber auch "überregional" austauschen. Die Plattform ist simpel gehalten und bietet verschiedene Funktionen, wie z. B. Themen erstellen, Kommentare schreiben oder Privatnachrichten versenden. Wer mehr als nur mitlesen und sich aktiv am Austausch beteiligen möchte, muss sich registrieren.

Die Plattform Zusammenhalt.gl zeigt Geschäfte, Restaurants, Lieferservice und Nachbarschaftshilfen im Raum Bergisch Gladbach an. Die Seite ist dafür da, um Restaurants und Geschäfte, die für den Publikumsverkehr schließen mussten, zu unterstützen. Darüber hinaus, listet die Plattform die vielen Hilfsangebote der Stadtteile.

Die Initiative Münchner Freiwillige - Wir helfen hat eine Corona-Hotline (Telefon: 089 46132983 - reguläre Festnetzkosten / Erreichbarkeit: Montag bis Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr) eingerichtet. Diese ist  gedacht für Menschen, die wohnhaft in München und Teil der Risikogruppe sind. Jeder der Hilfe braucht oder helfen möchte, kann bei der Hotline anrufen oder sich auf der Webseite registrieren.

Seit März existiert die Plattform Nachbarschaftshilfe Saarland, die  ebenfalls Hilfesuchende und Helfer vernetzen will. Hilfesuchende können unter
+49 160 90579293 anrufen oder über WhatsApp- Nachrichten schreiben oder eine E-Mail an info@nh-saarland.de schicken. Wer hingegen helfen will, der trägt sich auf der Webseite als Helfer*in ein.