Frauen im Sonnenuntergang

Mehr Gründerinnen braucht das Land!

Wie es uns gelingen kann, Diversität im Startup-Ökosystem zu stärken
Female Founders sind in deutschen Startups leider noch immer eine Seltenheit. Grund dafür sind zahlreiche Barrieren für Gründerinnen, die auch auf strukturelle Benachteiligungen von Frauen im Startup-Bereich zurückzuführen sind— ob festgefahrene Rollenbilder in der Gesellschaft, fehlende Zugänge zu Netzwerken, mangelnde Repräsentation bei Kapitalgebern oder fehlende Mitteln bei der Finanzierung.
19 %
beträgt der Gründerinnenanteil in Deutschland lediglich.
15 %
beträgt der Anteil weiblicher Partnerinnen im Investment-bereich von VCs.

Female Founders Circle

Mit rund 20% ist der Anteil an Frauen unter den Gründenden noch weit zu gering. Grund genug, um zu zeigen, dass es auch anders geht!

Der Female Founders Circle setzt genau hier an. Das Format macht Gründerinnen sichtbarer, schafft Raum für offenen Austausch und bringt Frauen aus dem Startup Ökosystem mit Stimmen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen.

In wechselnden Sessions geht es um Themen, die Gründerinnen auf ihrem Weg bewegen: von Finanzierung und Wachstum über Vereinbarkeit und Sichtbarkeit bis hin zu Netzwerken, Vorbildern und strukturellen Herausforderungen.

Ziel des Female Founders Circle ist es, Erfahrungen zu teilen, Perspektiven zu erweitern und Frauen im Startup Ökosystem besser zu vernetzen.

Mehr dazu

Wie es uns gelingen kann, Diversität im Startup-Ökosystem zu stärken, erläutern wir in unserem Positionspapier.

Herunterladen

Kulturelle Wandel vorantreiben

Zentral für die Stärkung von Gründerinnen ist die Steigerung der Anzahl von Frauen in wirtschaftlichen Schlüsselpositionen sowie bei Venture Capital Unternehmen. Hierzu bedarf es eines kulturellen Wandels, der veraltete Rollenbilder aufbricht und Frauen ermutigt, sich im Startup-Ökosystem zu etablieren. Hierfür müssen beispiels-weise Unternehmertum und MINT-Fächer an den Schulen und Hochschulen gefördert und Berufsorientierung klischeefrei behandelt werden. 

Role Models sichtbar machen

Eine öffentliche Kampagne sollte das Thema unterstützen und Role Models sichtbar machen (in allen Gründungsbereichen und -branchen). Helfen kann auch eine digitale Anlaufstelle, die alle öffentlichen Förderungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene aufbereitet, sodass Gründerinnen und gründungswillige Frauen das breite Spektrum an Förderungen auf einen Blick erfassen können.

Finanziell besser fördern

Dem Staat und den öffentlichen Investoren kommt hinsichtlich der Finanzierung eine besondere Rolle zuteil. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen und verstärkt Startups mit Gründerinnen und gemischten Teams finanziell fördern. Wir befürworten die Schaffung eines Gründerinnen-Stipendiums im Rahmen des Zukunftsfonds. Zudem könnten weitere staatliche Förder-töpfe eine Gründerinnenquote einführen.

Mehr Frauen in Investment-Teams

Mindestens 30 Prozent der Geschäftsführung, Partner und weitere leitende Positionen im Investment-Team öffentlicher VCs sollte von Frauen besetzt werden. Öffentlich finanzierte Limited Partners, wie z.B. die KfW Capital, sollten nicht in VCs investieren, wenn diese keine Frauen in den entsprechenden Positionen haben.

Finanzierungslücke schließen

Gründerinnen erhalten deutlich weniger Kapital als Männer. Ziel muss es sein, diese Lücke zu schließen und Startup-Gründerinnen bei der VC-Finanzierung gleichberechtigt zu berücksichtigen. Es bedarf daher einer Selbstverpflichtung von VCs zu einem öffentlichen Reporting, welches etwa Kriterien wie Gründerinnenanteil im Portfolio oder dem eigenen Investmentteam berücksichtigt. Dieses Reporting kann auch als Investitions-kriterium für Limited Partner dienen.

Vereinbarkeit mit Familie bessern

Um Gründerinnen auch in der Phase der Familiengründung finanziell und sozial abzusichern, benötigen wir eine Reform des Mutterschutzgesetzes, das künftig Selbst-ständige berücksichtigen muss. Zudem muss der flächendeckende Ausbau an kostenfreien Betreuungsplätzen vorangetrieben und der Betreuungsanspruch ausgeweitet werden. Ergänzend sollte die Inanspruchnahme der Elternzeit auch für Väter weiter gestärkt und die steuerliche Absetzbarkeit privater Kinderbetreuung ausgeweitet werden.

Für mehr Frauen im Investment-Ökosystem

Frauen sind nicht nur auf der Gründerinnenseite immer noch unterrepräsentiert, auch die Investmentlandschaft ist weiterhin männlich dominiert und weibliche Geldgeberinnen deutlich seltener anzutreffen. Das verstärkt den Gender Bias im Investmentprozess, der Gründerinnen den Zugang zu Kapital erschwert. Auf Basis der Studie „She’s got Wings – Eine Analyse weiblicher Business Angels und ihres Investmentverhaltens“ von Encourage Ventures e. V. und der Bertelsmann Stiftung hat die Initiative #startupdiversity daher Handlungsempfehlungen für mehr Diversität im Investment-Ökosystem formuliert.

Herunterladen

Mehr zum Thema Startups & Scaleups