Bitkom zum Beschluss des Koalitionsausschuss zu digitaler Bildungsoffensive

  • Präsident Berg begrüßt 500-Millionen-Euro-Paket für IT-Ausstattung der Lehrer und mahnt schnelle Umsetzung an

Berlin, 26. August 2020 - „Das 500-Millionen-Euro-Paket für die digitale Ausstattung der Lehrer kann helfen, Lehrer auf ihrem Weg in die digitale Schule zu unterstützen. Auch in der Vergangenheit hatten Lehrer bereits die Möglichkeit, ihre Aufwendungen für Notebooks, Drucker oder etwa einschlägige Software steuerlich abzusetzen. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die technische Ausstattung der Lehrkräfte nun noch stärker gefördert wird. Mehr als die Hälfte der Lehrer würde gerne digitalen Unterricht machen, aber in den meisten Fällen fehlt es in den Schulen an den nötigen Geräten und weniger im Arbeitszimmer des Lehrers. Schulen verfügen meist nur über eine technische Grundausstattung. In Acht von zehn Schulen gibt es Notebooks, aber oft nur als Einzelgeräte. Und über Tablets verfügt nur jede dritte Schule. In der Regel setzen Lehrer private Geräte ein, um mit digitalen Anwendungen zu arbeiten, etwa um mit Eltern und Schülern zu kommunizieren oder Arbeitsmaterialien zu erstellen. Das birgt nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern lässt die Lehrer bei der Digitalisierung allein. Lehrer mit IT auszustatten, heißt nicht automatisch, dass der Unterricht tatsächlich auch digitaler wird. Nur weil jemand ein Gerät geschenkt bekommt, wird er es nicht einsetzen. Es muss sichergestellt sein, dass die Lehrer damit auch umgehen können. Deshalb braucht es eine ergänzende Offensive für digitale Lehrerweiterbildung.

Mit 500 Millionen Euro kann viel erreicht werden. Pro Lehrer stehen rechnerisch mehr als 700 Euro zur Verfügung. Diese Ausstattungsoffensive darf keine einmalige Angelegenheit bleiben, schon heute muss mitgedacht werden, wie die Lehrer-IT langfristig auf dem aktuellen Stand gehalten werden kann. Wir empfehlen, die Investitionen in regelmäßigen Abständen, etwa im Drei-Jahres-Rhythmus, zu wiederholen.

Jetzt muss es darum gehen, dass das Geld so schnell wie möglich bei den Lehrern ankommt. Wir dürfen uns auf keinen Fall im Klein-Klein des Föderalismus verlieren. Auch einige andere Staaten haben in den vergangenen Wochen bereits erste Ausstattungsoffensiven für Lehrkräfte begonnen. Bei der Umsetzung gilt es, keine Zeit zu verlieren und auf große Abnahmemengen zu setzen. Hier können Beschaffungsgemeinschaften und eine Absprache auf Länderebene den Weg ebnen.“