29.07.2015 Nicht nur irgendeine Spielerei – Virtual Reality

Viele Pionierreisen begannen mit Übelkeit, Schwindel und Seekrankheit, auch wenn das in den Berichten von der „Mayflower“ oder „Santa Maria“ nicht unbedingt in den Vordergrund gerückt worden ist. Auch meine ersten Erkundungsreisen in die virtuelle Realität (VR) waren von Seekrankheit begleitet. Oder wie es korrekt heißt: „Simulator Sickness“. Damals, Anfang 2014, als ich die VR-Brillle Oculus Rift probierte, ging es mir wie vielen, deren Videos auf Youtube zu finden sind: Auf diese Achterbahnfahrt erst mal eine Magentablette.

Gerade mal ein Jahr später auf der CES in Las Vegas: Kein Schwindel, keine Übelkeit. Die neueste Version von Oculus Rift hat mich begeistert. Ich sah wie Gulliver ein Liliputanerdorf von oben, stand auf dem Dach eines Hochhauses und habe mich trotz des ermutigenden „Jump“ des Oculus-Mitarbeiter nicht getraut zu springen, wollte mich vor einem T-Rex im Museum verstecken und habe ihm tief ins Maul geschaut.

Mit den Funktionen der Virtual-Reality-Brille haben Nutzer ein neues Erlebnis in einer dreidimensionalen Umgebung, das der Realität immer näher kommt. Jeder fünfte Bundesbürger (20 Prozent) kann sich vorstellen, eine solche VR-Brille wie etwa Oculus Rift, Vive von HTC oder Sony Morpheus zu nutzen. Bei den Gamern sind es sogar 35 Prozent . Auf einem integrierten Bildschirm zeigt die VR-Brille Videos und Bilder im 3D-Format. Bei neueren Modellen passt sich der Bildausschnitt automatisch den Augen- und Kopfbewegungen der Nutzer an, was zum Beispiel einen direkten Blickkontakt mit virtuellen Personen ermöglicht.

VR ist nicht nur irgendeine neue Spielerei, sondern wird die Spiele- und Filmwelt verändern. Gamer können sich mitten im Spiel bewegen, statt nur vor einem Bildschirm zu sitzen. In wenigen Jahren wird die Brille auf dem Kopf die vielen Gamern neue Spielewelten erschließen. Kein Zufall also, dass VR ein wichtiges Trendthemen auf der Gamescom 2015 in Köln ist.

Daneben bieten VR-Brillen auch kommerzielle Anwendungsmöglichkeiten. So können etwa Piloten in virtueller Umgebung die Flugzeugbedienung üben. Für Ärzte besteht die Chance, riskante Eingriffe digital zu simulieren. Architekten und Städteplaner können damit beispielweise begehbare Entwürfe erstellen. Logistikern hilft die Brille unter anderem, die Lagerung von Gütern in einer Halle zu optimieren. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die virtuelle Besichtigung von touristischen Schauplätzen und Sehenswürdigkeiten. Wie bei allen Pionierreisen sind die Erwartungen beim Reisebeginn groß und doch können sie noch übertroffen werden. Virtual Reality hätte das Zeug dazu.

Aktuelle Nutzungszahlen zum Games-Bereich gibt es in unserer Presseinformation.

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Timm Lutter

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