28.05.2015 Digitaler Nachlass: So verfahren die Anbieter

Vier von fünf Internetnutzern in Deutschland würden gerne ihren digitalen Nachlass regeln , wissen aber nicht genau, wie sie dabei vorgehen. Das ist von Anbieter zu Anbieter oft verschieden.

Wie lässt man das Profil eines Verstorbenen löschen?

Um beispielsweise das Profil eines Verstorbenen löschen zu lassen, gibt es unterschiedliche Hürden.

Bei Facebook, LinkedIn und Xing müssen Personen, die dem Verstorbenen nahe standen, mit dessen Namen, seiner E-Mail-Adresse, dem Link zum Profil und irgendeinem Nachweis belegen, dass er tatsächlich verstorben ist. Bei LinkedIn und Xing braucht zusätzlich noch ein Hinweis, für wen er zuletzt gearbeitet hat.

Google verlangt außerdem einen Erbschein, der das Unternehmen auffordert, ein Konto zu deaktivieren. Es bietet außerdem den so genannten „Inactive Account Manager“ eingerichtet. „Dieser gibt dem Nutzer die Möglichkeit, selbst zu verfügen, wie Google mit seinem digitalen Nachlass umgehen soll, wenn er verstirbt oder das Account aus anderen Gründen nicht mehr verwendet“, sagt Google-Sprecher Ralf Bremer.

Einen Erbschein verlangen auch die E-Mail-Provider GMX und Web.de, allerdings um Angehörigen den Zugriff auf das Postfach des Verstorbenen zu ermöglichen. Um das Konto zu löschen und den Vertrag aufzulösen, genügt eine Sterbeurkunde.

Facebook lässt außerdem die Wahl, ein Konto zu löschen oder in den „Gedenkzustand“ zu versetzen. Nur Freunden wird dann das Profil „In Erinnerung an…“ angezeigt. Sie können in der Chronik z.B. Grußbotschaften oder Erinnerungen teilen. Anmelden kann sich niemand mehr, das Profil ist nicht mehr öffentlich auffindbar.

Was passiert mit den Daten des Verstorbenen?

LinkedIn löscht sie innerhalb von 24 Stunden von seinen Servern. Bei Facebook bleiben sie im deaktivierten oder Gedenkmodus natürlich erhalten, Bei Löschung des Profils werden sie spätestens nach 90 Tagen auch von den Facebook-Servern gelöscht.

Xing schaltet die Profile inaktiv, also für andere Mitglieder unsichtbar. Endgültig gelöscht werden sie erst nach mehreren Monaten. „So vermeiden wir, dass bei Verwechslungen oder Namensgleichheit versehentlich Profile anderer Mitglieder gelöscht werden“, sagt Xing-Sprecherin Yee Wah Tsoi.

Bei GMX und Web.de erhalten Nutzer nach sechsmonatiger Inaktivität eine Erinnerungsmail. Erfolgt darauf keine Reaktion, wird das Konto nach einer gewissen Zeit deaktivitert und die Daten gelöscht.

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Susanne Dehmel

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