28.08.2014 Telemedizin beim Schlaganfall – nicht in jedem Bundesland

Jede Minute zählt. Beim akuten Schlaganfall werden die Hirnzellen nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Je schneller ein Patient versorgt wird, umso größer ist seine Überlebenschance - und umso geringer ist das Risiko einer bleibenden Behinderung. Der Schlaganfall zählt in Deutschland zu den Hauptursachen für Tod, Behinderung und Pflegebedürftigkeit. Aufgrund der demografischen Entwicklung rechnen Experten mit einem Anstieg der Fälle in den kommenden Jahren.

In Bayern gibt es 20 überregionale Spezialstationen, die so genannten Stroke Units, die Schlaganfallpatienten sofort zeitnah behandeln zu können. Um die Akutversorgung besonders in ländlichen Gebieten zu verbessern, stellt Telemedizin sicher, dass die Ärzte vor Ort in regionalen Krankenhäuser sich rund um die Uhr mit den spezialisierten Schlaganfalleinheiten über die Patienten austauschen können. Die Experten bewerten Bilddaten und Videos der Patientenuntersuchung und so kann die Behandlung beginnen ohne Zeit mit dem Transport des Patienten zu verlieren. Der Freistaat plant, bis Ende dieses Jahres ein flächendeckendes Netz aufzubauen. Erste Schritte in die gleiche Richtung unternehmen auch Sachsen, Saarland und Sachsen-Anhalt.

Gut für die Patienten in Bayern und den anderen Bundesländern. Und der Rest der Republik? Ist föderal, das heißt sehr unterschiedlich. Das Bundesgesundheitsministerium plant im Herbst mit dem E-Health-Gesetz einige Strukturen im Gesundheitswesen zu überprüfen. Auch wenn die Länder grundsätzlich zuständig für ihre Krankenhäuser sind – Kompetenzfragen sollten einer bundesweiten telemedizinischen Versorgung von Schlaganfallpatienten nicht im Weg stehen.

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