11.05.2015 Mobiles Internet: Treiber der Digitalisierung

Mobile Gadgets stehen ja häufig erst einmal unter dem Verdacht, überflüssiger Schnickschnack zu sein, den niemand braucht und niemand kauft. Dem Tablet ging das so, den verschiedensten Wearables, zeitweise sogar dem Smartphone. Wie begründet die Skepsis war, wissen wir heute.

Momentan ist es die Smartwatch, die mit Attributen wie „überflüssig“ oder „wenig zu gebrauchen“ behaftet wird. Tatsächlich können es sich 40 Prozent der Deutschen vorstellen, eine intelligente Armbanduhr zu kaufen. Das ist immerhin ein Markt von hochgerechnet 28 Millionen potenzieller Kunden, der erschlossen werden will.

Aber auch ohne Smartwatch ist das mobile Internet bereits der große Treiber der Digitalisierung. Während die Internetnutzung insgesamt stagniert, wächst die mobile Nutzung seit Jahren immer noch zweistellig. Auf dem Smartphone, dem wesentlichen Katalysator dieser Entwicklung, wird es 2015 eine Wachablösung geben. Bereits jetzt besitzt jeder vierte Bundesbürger einen Tablet Computer, Tendenz steigend.

Tablets haben auch den Sprung in die Unternehmenswelt geschafft, jedes dritte Unternehmen in Deutschland setzt mittlerweile Tablet Computer ein. Mit ihnen wird längst mehr Umsatz gemacht als mit den klassischen Desktop PCs. Das ist ein enorm schneller und tiefgreifender Wandel in der Art wie Menschen, wie Kunden konsumieren, kommunizieren und arbeiten.

Neue Formen der Kooperation

Wenn wir mehr am globalen Markt für IT und Telekommunikation teilhaben wollen, dann bedeutet das für uns, dass wir bei vielen Themen noch innovativer und vor allem noch schneller in der Umsetzung werden müssen. Und wenn wir über Innovationen, Wachstum und Schnelligkeit sprechen, dann sprechen wir über Start-Ups und neue Formen der Kooperation.

Wir als Verband beobachten ein zunehmendes Interesse bei etablierten Unternehmen, Start-ups zu finanzieren, zu fördern, mit ihnen zusammenzuarbeiten und Lösungen zu entwickeln. Und vice versa. Aber die Hemmschwellen scheinen immer noch hoch. Man kommuniziert anders, die Geschäftsmodelle sind fremd, es fehlen Foren, in denen man sich beschnuppern kann.

Kooperationen und die Möglichkeit, gute Geschäfte zu machen, passieren nicht in einem luftleeren Raum. Sie sind immer eingebettet in politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Konkret brauchen wir sechs Dinge:

  • Intelligente Netze, die leistungsfähigsten Infrastrukturen der Welt: für Verkehr, Energie, Industrie, Verwaltung, Gesundheitswesen, Bildung. Wir brauchen Super-Breitband in der Fläche.
  • Eine moderne Datenpolitik. Sie muss das überkommene Prinzip der Datensparsamkeit ersetzen durch eine sinnvolle und wertvolle Kombination aus Datenreichtum und hohem Schutz personenbezogener Daten. Nicht nur in Deutschland – sondern weltweit. Das geht! Es braucht nur deutlich anspruchsvollere Lösungen als Datensparsamkeit.
  • Ein zeitgemäßes Bildungssystem. Weshalb ist Informatik nur in zwei Bundesländern Pflicht? Die digitale Ökonomie kann nur funktionieren, wenn wir die Leute haben, die sie verstehen, gestalten und entwickeln können.
  • Leistungsfähige, schnell wachsende und international orientierte Tech-Start-ups. Wir müssen gründen, wachsen und internationalisieren so einfach wie möglich machen. Ein Start-up zu gründen und zu führen ist noch zu kompliziert, wenn ein Gründer zuerst mal eine mehr als 60- seitige Verwaltungsanweisung lesen muss, um seine erste Reisekostenabrechnung richtig auszufüllen, oder den Inhalt von 30 Arbeitsstättenrichtlinien beachten muss, um sich verordnungsgerecht zu verhalten.
  • Einen echten digitalen Binnenmarkt. Die Zerklüftung des europäischen Markts ist der größte strukturelle Nachteil gegenüber den USA und China. Ein echter digitaler Binnenmarkt mit EU-weit einheitlichen Bedingungen vom Daten- und Verbraucherschutz bis zur Besteuerung würde uns sehr viel näher an die USA und China bringen.
  • Optimalen Schutz der Kommunikation. Europas Wirtschaft, Staat und Bürger müssen in die Lage kommen, absolut vertraulich und geschützt in digitalen Netzen zu kommunizieren. Hierzu brauchen sie einschlägiges Knowhow und zuverlässige Orientierungshilfen und vertrauenswürdige Partner.

Wir müssen Digitalisierung als Chance begreifen und die richtigen politischen Weichenstellungen für ein lebenswertes, innovatives und erfolgreiches Deutschland zu stellen. Als Branche werden wir unseren Teil dazu beitragen.

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