29.01.2016 Gesundheitsdaten könn(t)en Leben retten

Ich sehe tagtäglich wie Gesundheitsdaten Menschen helfen, ihren Körper und das eigene Verhalten besser zu verstehen. Besonders relevant ist das Verständnis des eigenen Zustands für chronisch Kranke. So existiert nicht umsonst der Begriff “Diabetes Management”, weil die Betroffenen mit so vielen Werten und Einstellungen hantieren müssen.

Eine Gesundheits-App, die es ermöglicht, Werte vom Blutzuckermessgerät direkt in die App zu übertragen, um den Betroffenen und ihren Ärzten eine bessere Übersicht zu geben, kann eine große Entlastung sein. Mehr Daten bedeuten bei Diabetes eine bessere Möglichkeit auf die Krankheit zu reagieren.

Mit dieser Entwicklung stehen wir am Anfang, so arbeiten Google und Novartis im Moment an einer intelligenten Kontaktlinse, die den Blutzucker im Abstand von wenigen Sekunden misst und ihren Besitzer informiert, sobald die Werte außerhalb der Norm liegen. Die Anzahl dieser Projekte wird zunehmen, weil sich immer mehr Big Corporates zusammenschließen, um die Möglichkeiten von “Digital Health” zu erkunden.

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Inga Bergen

Zitat

„Mehr Daten bedeuten bei Diabetes eine bessere Möglichkeit auf die Krankheit zu reagieren.“

Inga Bergen, Managing Director, Welldoo GmbH

In den App Stores gibt es unzählige Apps zum Thema Gesundheit. Woher soll ich also als Nutzer wissen, welcher App ich vertrauen kann und wohin meine Daten fließen? Ein Blick ins Impressum lohnt sich oftmals und gibt Aufschluss über die Institution, die hinter der App steht. In der öffentlichen Diskussion ist oft das Thema Datenschutz im Vordergrund.

Für Nutzer von Gesundheits-Apps ist das natürlich ein wichtiges Thema. Genauso wichtig und manchmal sogar noch wichtiger ist aber, dass die App einen Nutzen bringt und bei der eigenen Gesundheit unterstützt. In Deutschland ist der Datenschutz besonders streng, gerade was das Thema Gesundheitsdaten angeht, manchmal geht er über das hinaus, was für Nutzer sinnvoll ist.

Ein interessantes Beispiel zum Thema Datenschutz sind Wechselwirkungen von Medikamenten. Die Krankenkassen wissen, was ihren Versicherten verschrieben wird, aber sie dürfen diese Daten nicht verarbeiten. Ihre Kunden dürfen nicht informiert werden, auch wenn die Medikamente schädliche Wechselwirkungen haben. Ich würde gerne selber entscheiden, ob mich meine Kasse bei möglichen Wechselwirkungen informieren darf und mich nicht bevormunden lassen. Etwas mehr Mut und Bereitschaft zu Innovation würden dem deutschen Gesundheitsmarkt sehr gut tun.

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