06.10.2015 Eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Die Plattformökonomie des 21. Jahrhunderts wird festgefahrene Strukturen auflösen, sicher geglaubte Hierarchien einebnen, ja, die Wirtschaft in gewisser Hinsicht demokratisieren. Was heute ein kleines Start-up ist, kann morgen schon ein Weltkonzern sein. Das ist das große Versprechen der Digitalisierung. Mit vermeintlich wenigen Mitteln exponentielle Ergebnisse zu erzielen. Es wird weniger wichtig, ein Produkt auf den Markt zu werfen. Der Schlüssel zu Erfolg in der digitalen Ökonomie, einen Menschen mit einem Bedürfnis und einen Menschen mit einem Angebot zu vernetzen.

Die Digitalisierung senkt Hürden und vereinfacht Prozesse. Das gilt für Verbraucher und Unternehmen, das gilt aber leider auch für Kriminelle. Die wichtigsten Ressourcen in der Digitalökonomie sind Daten, und mit genügend Know-how und krimineller Energie lassen sie sich abschöpfen.

Wir reden viel über Datenschutz und meinen damit, wie und wozu Daten legal benutzt werden dürfen. Und das völlig zurecht. Aber diese Debatten sind hinfällig, wenn wir Datenschutz nicht auch in einem anderen Wortsinn herstellen können – nämlich dem technischen Schutz vor illegalem Zugriff.

Sicherheit ist elementar für das Überleben eines Unternehmens. Das gilt genauso für die Summe aller Unternehmen, die Behörden, die kritischen Infrastrukturen. Ihre Sicherheit ist einer von sechs zentralen Pfeilern dessen, was unter dem Schlagwort „Digitale Souveränität“ die Debatten prägt. Die anderen fünf Elemente sind leistungsfähige digitale Infrastrukturen, eine moderne Datenpolitik, leistungsfähige, schnell wachsende und international orientierte Tech-Start-ups und last, but not least, ein europäischer digitaler Binnenmarkt.

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Winfried Holz

CEO Atos Information Technology GmbH

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„Wir reden viel über Datenschutz und meinen damit, wie und wozu Daten legal benutzt werden dürfen. Und das völlig zurecht. Aber diese Debatten sind hinfällig, wenn wir Datenschutz nicht auch in einem anderen Wortsinn herstellen können – nämlich dem technischen Schutz vor illegalem Zugriff.“

Winfried Holz, CEO Atos Information Technology GmbH

Digitale Souveränität ist eine der zentralen Herausforderungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren – wahrscheinlich sogar die wichtigste. Aber sie ist keine, die wir scheuen müssen. Das Silicon Valley, das die ganze Welt versucht zu kopieren, wurde entgegen dem Mythos nicht allein von findigen Hightech-Pionieren oder der unsichtbaren Hand des Marktes errichtet, sondern im idealen Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Tatsächlich hat die Politik in letzter Zeit einiges vorangebracht. Vor rund einem Jahr hat die Bundesregierung die Digitale Agenda verabschiedet. Sie ist so wichtig und gewichtig, dass gleich drei Bundesminister gemeinsam das Papier der Öffentlichkeit vorstellten. Dabei war die Freude allenthalben groß, dass es überhaupt erstmals ein Programm gab, das sich explizit und exklusiv der Digitalisierung unseres Landes widmet. Nach einem Jahr ist die Umsetzung schon erstaunlich weit gediehen.

  • Im Rahmen der Neuausrichtung des IT-Gipfels sollte die Plattform „Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft" aufgebaut werden. Das ist erfolgt.
  • Der geplante Straftatbestand der Datenhehlerei wird das Strafrecht an das digitale Zeitalter weiter anpassen.
  • Das IT-Sicherheitsgesetz ist seit Juli in Kraft und das ist eine gute Sache. Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen Sicherheitsvorfälle an die Behörden melden. Nun ist es wichtig, die dazugehörigen Rechtsverordnungen sinnvoll zu gestalten, zum Beispiel bei der Frage, wer überhaupt ein Betreiber kritischer Infrastrukturen ist.
  • Beim Einkauf von IT-Leistungen gibt es seit Juli eine No-Spy-Klausel. Sie erhöht die Sicherheitsarchitektur von Behörden und eröffnet gleichzeitig Unternehmen mit besonders hochwertigen Angeboten neue Chancen.

Der richtige Umgang mit der Digitalisierung wird eine prioritäre Aufgabe nicht nur dieser Legislaturperiode. Wir müssen dafür sorgen, dass Deutschland mit seinen Unternehmen und Beschäftigten, mit seinem starken industriellen Kern und seinen herausragenden Forschungsinstituten, mit seinen Schulen und Universitäten, seinen starken Zentren und seinen dünn besiedelten Regionen zu den Gewinnern der Digitalisierung zählen.

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