3D Druck

Einsatzbereiche von 3D-Druck

3D-Druck in der Architektur
3D-Druck in Architektur & Bau

Modelle, z.B. von Gebäuden, werden in der Architektur häufig noch mit viel Zeitaufwand per Hand angefertigt. Da viele Modelle aber inzwischen als Computermodell vorliegen, besteht das Potential, diese in einer kürzeren Zeit in 3D auszudrucken. Bisher ist dies aber nicht immer wirtschaftlich, besonders wenn es sich um einfache Modelle handelt. Die Vorteile des 3D-Drucks liegen darin, dass Modelle einfacher reproduziert und unterschiedlich skaliert werden können. Außerdem zeichnen sie sich durch eine höhere Detailgenauigkeit aus. Abgesehen von Architekturmodellen wird 3D-Druck auch direkt für den Bau von Häusern und Brücken eingesetzt (Druck von Beton oder Stahl).

Beispiele im Bereich Architektur & Bau

  • Architekturmodelle
  • Einstöckige Häuser
  • Brücken (Amsterdam, Madrid)
  • Zukünftig: mehrstöckige Häuser
3D-Druck in der Lebensmittelindustrie
3D-Druck in der Lebensmittelindustrie

Auch in der Lebensmittelindustrie stehen die Zeichen auf Individualisierung der Nahrung. Medizinisch notwendige Diäten und Ernährungspläne, insbesondere bei einer alternden Bevölkerung, erfordern eine kontrollierte Nährstoffzufuhr, bei der der Lebensmittel-3D-Druck zukünftig unterstützen kann. Aktuell befindet sich der Lebensmittel-3D-Druck noch in einer frühen Phase und kommt beim Showkochen oder im Kontext des Konditorenhandwerks im größeren Maßstab zur Geltung, da es hier eine größere Designfreiheit (z.B. 3D-gedruckte, essbare Logos) gibt.

Beispiele aus der Lebensmittelindustrie

  • Süßes wie Gummitiere, Schokolade, Kuchen/Torten, Kekse, Waffeln, weitere Zuckerkonstruktionen
  • Nudeln
  • Burgerpatties
  • Zukünftig: ganze Gerichte aus dem 3D-Drucker
3D-Druck in der Luft- und Raumfahrt

Ein Drittel der Betriebskosten eines Flugzeugs hängt mit dem Kerosinverbrauch zusammen. Deshalb ist der Leichtbau, wie er durch additive Fertigung möglich ist, ein entscheidender Faktor im Flugzeugbau. Flugzeuge müssen leicht und stabil sein. Die ingenieursmäßige Herausforderung in der Luftfahrtindustrie besteht darin, die Faktoren Gewicht und Performance (Steifigkeit, Stabilität, Dauerfestigkeit) unter Berücksichtigung der Kosten zu optimieren. Wird das Gewicht der Bauteile reduziert, kann der Flugzeugbetreiber Treibstoff einsparen und die Zuladung steigern.

Beispiele aus der Luft- und Raumfahrt

  • Bionisch optimierte Bauteile (z.B. Armlehnen)
  • Hydraulikkomponenten, Eisdetektorensonden
  • Roboter für unbemannte Weltraummissionen
  • Drohnen
  • Zukünftig: Hochgeschwindigkeitsturbinenschaufeln
3D-Druck in der Industrie
3D-Druck in Maschinenbau & Fertigung

In vielen Branchen ist das Anfertigen spezieller Werkzeuge und Bauteile ein aufwendiger Schritt im Fertigungsprozess. Der Einsatz konventioneller Verfahren ist hier in der Regel teuer, zeitaufwendig und technisch anspruchsvoll. Mithilfe des 3D-Drucks können Produkte und Kleinserien schneller produziert werden. Außerdem können die Werkzeuge Eigenschaften aufweisen, die nur mit 3D-Druck möglich sind (siehe Beispiele unten). Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Einsatzgebiete in der Fertigung, z.B. Ersatzteile für Maschinen oder Werkzeuge, Verbesserung (z.B. leichter, präziser, integrierte Kühlung) von eigenen Produktpaletten oder die werkzeuglose Fertigung von Produkten, für die vorher Formen benötigt wurden.

Beispiele aus Maschinenbau & Fertigung

  • Ersatz- und Sonderteilherstellung on-demand (z.B. für Oldtimer)
  • Druck von Elektroteilen (z.B. 3D-Scanner)
  • Spritzgusswerkzeuge mit konturnaher Kühlung
  • Schaltkreise (schon jetzt z.T. prototypisch möglich, aber Qualitätsverbesserungen zu erwarten)
3D-Druck in der Medizin & Forschung
3D-Druck in der Medizin & Forschung

Zentrale Herausforderung der Medizin ist es, dass jedes Individuum einzigartig ist. Der 3D-Druck bietet eine hohe Design-Freiheit, so dass Medizinprodukte und Hilfsmittel direkt individuell und personalisiert produziert werden können. Dies gilt nicht nur für die eigentlichen prothetischen Produkte (z. B. das künstliche Kniegelenk), sondern zunehmend auch für gedruckte Oberflächenstrukturen, die dafür sorgen, dass beispielsweise ein künstliches Kniegelenk besser einwächst und heilt. Perspektivisch wird es weitergehende Anwendungsbereiche, wie die Herstellung von Organen oder Organteilen geben. So könnten z. B. die Leber oder das Herz bzw. Herzklappen aus DNA-Stammzellen oder Körperteile im Rahmen der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie nachgebildet werden (z. B. Wiederherstellung einer Ohrmuschel). Darüber hinaus können bei komplexen chirurgischen Eingriffen individualisierte anatomische Modelle des Operationsgebietes (z. B. komplette Gefäßstrukturen am Herzen) gefertigt werden, die es dem Operationsteam erlauben, sich realitätsnah vorzubereiten und somit das Operationsrisiko für den Patienten deutlich reduzieren. Das Marktforschungs- und Analyseunternehmen Gartner sagt in seinem aktuellen Bericht für 2018 sogar voraus, dass bis 2021 25% aller Chirurgen vor dem eigentlichen Eingriff an 3D-gedruckten Modellen des Patienten üben werden.

Beispiele aus Medizin & Forschung

  • Prothesen & Orthesen
  • Medikamente
  • Modelle zur Vorbereitung von chirurgischen Eingriffen
  • 3D-gedruckte Oberflächen
  • Implantate (künstliche Kniegelenke, Kreuzbänder, Kieferimplantate, Teile vom Beckenknochen)
  • Zukünftiges Ziel: funktionsfähige Organe herzustellen
3D-Druck für Textilien
3D-Druck für Konsumgüter, Mode & Design

Konsumgüter werden in der Regel in sehr großen Stückzahlen unter großem Kostendruck und in Kollektionen produziert, die sich in kurzen Abständen abwechseln. Produkte wie Sportartikel werden darum in den meisten Fällen per Spritzgussverfahren hergestellt, was die wirtschaftliche Fertigung vieler Millionen Teile in kurzer Zeit ermöglicht. Allerdings sind individualisierte Produkte, die in Losgröße 1 gefertigt werden, mit werkzeuggebundenen Fertigungsverfahren kaum umsetzbar. Mittlerweile arbeiten aber z.B. große Sportartikelhersteller daran, mit der additiven Fertigung Endteile zu produzieren. Besonders im Sportschuhbereich gibt es bereits erste Konzepte, in denen alle Formen der Individualisierung vorkommen. Performanceindividualisierung ermöglicht bei Sprintschuhen beispielsweise die optimierte Platzierung von Spikes und die ergonomische Individualisierung passt eine Schuhsohle an den Fußabdruck des Trägers an. Zudem können signifikante Gewichts- und Materialeinsparungen erzielt werden, indem man die massiven Sohlen durch Gitternetzwerke ersetzt.

Beispiele aus dem Bereich Konsumgüter

  • Kleidung (z. B. Schuhe, Kleider, Accessoires wie Ketten, Ringe, Ohrringe)
  • Spielzeug
  • 3D-Selfies
  • Haushaltsgegenstände (Vasen, Lampen)
  • Fahrradrahmen