09.06.2015 „Landwirte können ad hoc auf Veränderungen reagieren“

Die Digitalisierung erfasst auch die Landwirtschaft. Wir sprachen mit Carsten Gieseler, Chef des Dresdner Unternehmens fodjan, über Drohnen, Hightech-Mähdrescher und die tägliche SMS von Kühen.

Inwiefern erleichtern digitale Technologien und Dienstleistungen die täglichen Aufgaben des Landwirtes?

GPS-gesteuerte Mähdrescher, gechipte Tiere und Drohnen zur genauen Flächenabmessung - um dem Wettbewerb Stand zu halten, greift der moderne Landwirt zu digitalen Technologien. Je besser er sein Feld und seine Tiere kennt, desto mehr kann er erwirtschaften.

Einen besonders großen Nutzen zieht der Landwirt durch den Einsatz von digitaler Technik bei der Feldarbeit. So werden Traktoren und moderne Hightech-Mähdrescher über GPS zentimetergenau über den Acker geführt. Dabei werden viele Daten im Hinblick auf Erntegut und Boden erfasst und digital weiterverarbeitet. Eingesetzte Drohnen über Getreidefeldern geben Auskunft darüber, wo das Getreide schlecht wächst und wo es Schwachstellen bei der Bewässerung gibt.

Ein weiteres und wichtiges Thema ist die zunehmende digitalisierte Überwachung der Nutztiere via Funkchips, Thermometer und Sensoren. Anhand der Daten kann kontrolliert, analysiert und effektiv geplant werden. Auch die zunehmenden Dokumentationspflichten geben Anlass dafür, den Hof digital zu verwalten. Spezielle Programme erleichtern heute das Management des gesamten Betriebes.

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Wie verändert sich der Tagesablauf durch die Digitalisierung?

Der tägliche Workflow eines modernen Landwirtes beginnt bereits mit dem Blick aufs Wetter – entweder am Smartphone oder am PC. Anschließend nutzen auch viele gleich die Gelegenheit, ihre E-Mails und Börsenpreise für das Getreide zu checken.

Früher erhielten die Angestellten am Morgen eine Einweisung für den ganzen bzw. auch die kommenden Tage. Heute nutzen Landwirte kürzere Kommunikationswege und können ad hoc auf Veränderungen eingehen.

In Bezug auf die Tierhaltung setzen viele Landwirte zur Überwachung die bereits erwähnten Funkchips ein. Ebenso sammeln Thermometer und Sensoren eines französischen Herstellers sämtliche Informationen, welche aufgezeichnet und mit dem PC ausgewertet werden. Mitunter kann mit einem Sensor im Pansen der Kuh der pH-Wert automatisch überwacht werden um Stoffwechselprobleme frühzeitig zu erkennen.

Im Milchviehbereich hat vor allem auch die Robotik geholfen, dem Landwirt das zwei- bis dreimal am Tag nötige Melken abzunehmen. Der Landwirt kann also beruhigt den Betrieb verlassen und wird trotzdem auf dem Handy benachrichtigt wenn eine Kuh kalbt oder etwas am Melkroboter schief läuft. Im Bereich Milchviehfütterung nutzen moderne Landwirte Software zur Rationsberechnung, um ihre Fütterung gesünder und kostengünstiger zu gestalten.

Welche Veränderungen können in dieser Hinsicht in den letzten Jahren festgestellt werden?

Durch die fortschreitende Digitalisierung sind Landwirte in der Lage, wesentlich größere Mengen an Daten über ihren Betrieb im Blick zu halten. Zahlreiche Hersteller haben diese Tendenz erkannt und entwickeln stets neue und noch innovativere Geräte und Software, die gewinnbringend und effizient bei der täglichen Arbeit unterstützen.

Was wird sich in Zukunft verändern? Oder was könnte noch verändert werden um die tägliche Arbeit zu erleichtern?

In Zukunft werden Landwirte eine große Menge an Daten nutzen um für Ihren Betrieb die optimale Entscheidung zu treffen. Dies hat eine immer stärkere Vernetzung zur Folge. Nicht nur die einzelnen Geräte kommunizieren miteinander, auch die Verwaltungstools arbeiten verstärkt an Schnittstellen, um landwirtschaftliche Prozesse noch effektiver zu gestalten.

Da auch kleinere Betriebe von den modernen Hightech Geräten profitieren möchten, kooperieren viele Landwirte bereits miteinander und nutzen Land- und Forstmaschinen gemeinsam. Sharing Economy wird hier in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Das Dresdener Farm Tech Start-up fodjan hat sich auf Software spezialisiert, die es landwirtschaftlichen Betrieben möglich macht, ihre Milchviehbestände effizienter zu füttern – nach preislichen, aber auch gesundheitlichen Kriterien.

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