Berlin, 27. August 2026 – Belege sortieren, Ordner suchen, Formulare ausfüllen: Die Steuererklärung ist oft der bei weitem aufwändigste Behördenkontakt des Jahres, und viele holen sich dabei Rat von einer Künstlichen Intelligenz. 15 Prozent derjenigen, die schon einmal eine Einkommensteuerklärung abgegeben haben, haben sich bereits von KI unterstützen lassen, etwa mit einem KI-Chat oder über KI-Funktionen in spezieller Steuersoftware. Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren sind es sogar 26 Prozent. Zugleich gewinnt das Smartphone an Bedeutung: 13 Prozent haben ihre letzte Steuererklärung über eine Steuer-App mit dem Smartphone erstellt, vor einem Jahr waren es mit 7 Prozent nur etwas mehr als halb so viele. Auch hier liegen die 16- bis 29-Jährigen mit 20 Prozent deutlich vorn. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.006 Personen in Deutschland, im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Steuererklärung war Vorreiter bei der Digitalisierung der Verwaltung. Mit dem Smartphone wird sie für viele noch bequemer und KI übernimmt zunehmend das, was vielen bei Steuerformularen fehlt: erklären, einordnen, nachfragen“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Möglich wird das, weil die Finanzverwaltung mit Elster seit Jahren offene Schnittstellen bereitstellt, auf denen Unternehmen innovative Angebote aufbauen können.“
Der am häufigsten genutzte Weg bleibt die elektronische Steuererklärung mit Elster direkt beim Finanzamt: 27 Prozent haben ihre letzte Steuererklärung darüber am Computer oder Notebook abgegeben. 21 Prozent haben eine Steuersoftware für PC oder Laptop verwendet, ebenfalls 21 Prozent haben eine Steuerberatung in Anspruch genommen. Weitere 2 Prozent geben an, die neue Funktion „Steuererklärung per Klick" in der Elster-App genutzt zu haben. Insgesamt hat damit rund jede und jeder Siebte (15 Prozent) die Steuererklärung mobil erledigt. Nur noch 17 Prozent haben ihre letzte Steuererklärung auf Papier eingereicht. Hier liegen die Älteren ab 65 Jahren mit 43 Prozent deutlich vorn, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 9 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 6 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 8 Prozent. Mit 33 Prozent fordert ein Drittel derjenigen, die schon einmal eine Einkommensteuererklärung abgegeben haben, der elektronische Weg sollte für alle verpflichtend sein.
Für eine Mehrheit bleibt die Steuererklärung eine lästige Pflicht. 59 Prozent schieben die Steuererklärung immer bis zum letzten Drücker vor sich her, 34 Prozent überziehen regelmäßig den Abgabetermin. Aber immerhin 6 Prozent sagen, dass ihnen die Steuererklärung Spaß macht. Zugleich besteht großes Interesse an einer Steuererklärung, die das Finanzamt für die Steuerpflichtigen erstellt: 47 Prozent würden eine automatisch mit den eigenen Daten vorausgefüllte Steuererklärung nutzen, die sie nur noch freigeben müssen. 40 Prozent würden einer solchen Erklärung sogar so weit vertrauen, dass sie sie ohne eigene Prüfung übernehmen würden. „Die Bereitschaft, dem Finanzamt die eigene Steuererklärung zu überlassen, ist groß und ein echter Vertrauensbeweis. Eine Ein-Klick-Steuererklärung muss dabei so ausgestaltet sein, dass niemand Geld verschenkt, der sie nutzt“, so Rohleder.
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 824 Personen, die schon einmal eine Einkommensteuererklärung abgegeben haben. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 28 bis KW 32 2026 statt. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Auf welchem Weg haben Sie Ihre letzte Steuererklärung abgegeben?" und „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie bzw. Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?"