Berlin, 18. März 2026 – Das Bundeskabinett verabschiedet am Mittwoch die Nationale Rechenzentrumsstrategie. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst:
„Die Rechenzentrumsstrategie ist ein wichtiges Signal, ein großer Wurf ist sie nicht. Die schwarz-rote Bundesregierung gibt Deutschland erstmals eine Rechenzentrumsstrategie und hebt sich damit positiv von allen Vorgängerregierungen ab. Sie erkennt damit die herausragende Bedeutung von Rechenzentren für einen wettbewerbsfähigen Digital- und KI-Standort an, die klar formulierten Ausbauziele sind richtig und notwendig. Rechenzentren sind die Schaltzentralen der digitalen Welt. Die Strategie will Deutschland als starken, nachhaltigen und souveränen Rechenzentrumsstandort weiterentwickeln. Dabei bleibt sie allerdings zu oft im Vagen und belässt es häufig bei allgemeinen Absichtserklärungen. Es muss jetzt also zunächst einmal darum gehen, die angekündigten Maßnahmen konkret auszugestalten und dann zügig umzusetzen.
Der Handlungsdruck ist hoch: Die Leistung der deutschen Rechenzentren ist 2025 auf 2.980 Megawatt gewachsen und soll bis 2030 über 5.000 Megawatt erreichen. Im internationalen Vergleich reicht dieses Wachstum jedoch nicht aus. Die USA verfügten bereits 2024 über rund 48 Gigawatt Rechenzentrumsleistung – rund 16-mal so viel wie Deutschland Anfang 2026. Allein die zehn größten US-Rechenzentren bringen zusammen so viel Leistung auf wie alle rund 2.000 Rechenzentren in Deutschland zusammen. Auch China baut seine Kapazitäten massiver aus als Deutschland und Europa.
Damit Deutschland im internationalen Wettbewerb aufholen kann, müssen die Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. So sollten insbesondere Rechenzentren und Telekommunikationsnetze bei den Stromkosten entlastet werden – die im europäischen Vergleich sehr hohen Energiepreise sind ein klarer Wettbewerbsnachteil. Auch Zugang zum Stromnetz, ein verbesserter regulatorischer Rahmen und zügigere Planungs- und Genehmigungsprozesse sind essenziell. Ohne leistungsfähige Rechenzentren verliert Deutschland den Anschluss an den internationalen Wettbewerb. Sie sind die Basis digitaler Souveränität. Wer in eine starke und zukunftsfähige IT-Infrastruktur investiert, stärkt Resilienz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend KI-getriebenen Welt. Die Rechenzentrumsstrategie muss von der Bundesregierung daher konsequent und priorisiert weiterentwickelt und umgesetzt werden.“