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18.12.2017 | Positionspapier Zukunft des Digitalfunks der BOS - Experten des AK Öffentliche Sicherheit

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Mit dem Digitalfunknetz BOS in Deutschland haben Bund und Länder eines der stabilsten Netze weltweit etabliert. Die sogenannte »einsatzkritische Sprachkommunikation« wird den Sicherheitskräften von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt. Die bedeutendsten Kriterien für die Sicherheitskräfte sind dabei Abhörsicherheit, Schutz vor Angriffen auf interne BOS-Netze, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit.

Hierzu wurde die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) etabliert, die die Aufgaben von Planung bis zum Betrieb des Netzes verantwortet und im Rahmen einer gelebten und hochkomplexen Governance-Struktur die Länder- und Bundes-BOS einbindet.

Wie alle Kommunikations-Service-Provider (CSP) weltweit müssen sich auch die behördlichen Organisationen den Herausforderungen des Marktes und dem hohen Bedarf der mobilen Zusammenarbeit stellen. Generell gilt, dass die Mittel für die Kommunikation der Sicherheitskräfte sich nicht mehr von denen in der Industrie und kommerziell nutzbaren Methoden und Instrumenten unterscheiden dürfen. Unterscheiden müssen sich aber die erforderlichen Niveaus der Vertraulichkeit, Integrität - Sicherheit und Verfügbarkeit der Dienste.

Der zunehmende Bedarf an schneller Datenübertragung größerer Datenmengen im Einsatz ist in absehbarer Zeit nicht durch TETRA-Geräte und –Infrastruktur zu decken. Kommerzielle Tablets und Smartphones mit LTE-Anbindung bilden hier eine sinnvolle komplementäre Ergänzung. Diese handelsüblichen Geräte sind als BSI zugelassene Endgeräte (VS-NfD) erhältlich, bieten ein vergleichbares Schutzniveau und bauen auf marktübliche Akzeptanz bei der Bedienerfreundlichkeit moderner Endgeräte.

Für ein behördliches Sprachnetz bzw. kombiniertes Sprach- und Datennetz stellt sich deshalb die grundlegende Frage, ob TETRA ab 2025 noch die Technologie bleiben wird, die die klassische Sprachübertragung (hauptsächlich gruppenorientiert) der BOS-Organisationen in Deutschland und Europa bereitstellt.

Unabhängig von dieser Technologiefrage bleiben die hohen Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen an ein behördliches Sprachnetz bzw. an ein kombiniertes Sprach- und Datennetz weiterhin bestehen. Ein zukünftiges BOS Sprach- und Datennetz muss die Sicherheitsanforderungen erfüllen, die auch heute schon im BOS Digitalfunknetz erfüllt werden. Es ist nicht abzusehen, dass ab 2025 die Bedrohungs- und Risikosituation im BOS-Digitalfunk als weniger hoch eingeschätzt wird. Eher wird das Gegenteil der Fall sein.

Ansprechpartner

  • Teresa Ritter
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