Soziale Medien prägen heute in vielerlei Hinsicht unseren Alltag. Sie dienen der Information, dem Austausch, der sozialen wie digitalen Teilhabe und sind für viele Formen von Nachrichten- und Kulturvermittlung unverzichtbar. Ohne soziale Netzwerke erreichen zahlreiche Angebote ihr Publikum kaum noch.
Für Kinder und Jugendliche stellen Social-Media-Dienste darüber hinaus wichtige Erfahrungsräume dar: Sie nutzen sie zur Kommunikation mit Freundinnen und Freunden, zur Orientierung und Information, zur Unterhaltung, zur Vernetzung oder zur Entwicklung ihrer eigenen Identität und Persönlichkeit. So geben in einer Studie des Bitkom aus 2025 geben 78 % der Befragten an, dass Kinder und Jugendliche über Social-Media mit Freunden in Kontakt bleiben und 43 % geben an, dass sie Informationen zu gesellschaftlichen und politischen Themen erhalten. Gerade in ländlichen Regionen sind digitale Plattformen oftmals der zentrale Zugang zu sozialen Kontakten und alltäglichen Angeboten.
Statt jungen Menschen künftig den Zugang zu Social-Media- oder Messenger-Diensten zu verwehren, müssten deutlich mehr kind- und jugendgerechte Alternativen geschaffen und unterstützt werden. Da die meisten Dienste ein Mindestalter von 13 Jahren voraussetzen, bestehen insbesondere für ältere Grundschulkinder vor dem Eintritt ins Jugendalter bereits heute erhebliche Versorgungslücken mit altersgerechten Angeboten. Ein generelles Nutzungsverbot gängiger sozialer Medien für Teenager würde diese Lücke nur weiter vertiefen.