Die Luftfahrtstrategie der Bundesregierung findet sich in einem Kontext eines sich verschärfenden internationalen Wettbewerbsumfelds, hoher Standortkosten, geopolitischer Risiken und wachsender Anforderungen an Klima- und Sicherheitsziele wieder. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung nun – rund ein Jahr nach Beginn ihrer Amtszeit – erstmals einen Entwurf vorgelegt hat.
Der Entwurf der Luftfahrtstrategie erkennt Digitalisierung, Automatisierung und neue unbemannte Mobilitätsformen als zentrale Modernisierungshebel für den Luftfahrtstandort Deutschland an. Zurecht, denn Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Sicherheit und Klimaschutz im Luftverkehr lassen sich von Daten, digitalen Prozessen, KI-gestützten Systemen und vernetzten Infrastrukturen schon lange nicht mehr trennen. Es ist entscheidend, dass die Strategie Digitalisierung nicht nur als Effizienzthema, sondern als Voraussetzung für technologische Souveränität, resiliente Infrastrukturen und neue Geschäftsmodelle versteht.
Der Bitkom begrüßt, dass die Strategie zentrale Forderungen der Digital- und Luftfahrtbranche aus dem Bitkom-Impulspapier zur Luftfahrtstrategie aufgreift, etwa zur Bedeutung der Digitalisierung als industriepolitischen Hebel für die Luftfahrt, der Förderung der Advanced Air Mobility oder der Digitalisierung und Modernisierung der Luftfahrtverwaltung.
Insgesamt bleibt der Entwurf im Bereich konkreterer Maßnahmen allerdings hinter den Erwartungen zurück – im Sinne eines klaren Fahrplans für den Luftfahrtsektor sollte sich die Bundesregierung messbare und klar definierte Ziele setzen.