Berlin, 30. September 2026 - In der Pause, heimlich unter dem Tisch oder ganz offiziell als Lernwerkzeug im Unterricht – Smartphones gehören zum Schulalltag. Doch viele Lehrkräfte fühlen sich beim Umgang damit allein gelassen. Nur 36 Prozent sagen, dass sie von ihrer Schule ausreichend Unterstützung beim Umgang mit der Smartphone-Nutzung durch Schülerinnen und Schüler erhalten. Dabei ist die Herausforderung groß: 74 Prozent der Lehrkräfte beobachten, dass es Schülerinnen und Schülern durch Smartphones schwerer fällt, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Gleichzeitig sehen 29 Prozent das Smartphone auch als hilfreiches Lernwerkzeug. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
„Smartphones sind Teil der Lebenswelt junger Menschen und gehören an den meisten Schulen zur Realität. Lehrkräfte dürfen damit nicht allein gelassen werden. Statt pauschaler Verbote brauchen Schulen klare, altersgerechte und durchsetzbare Regeln – etwa auf Grundlage von Leitlinien und Musterschulordnungen der Länder. Gleichzeitig müssen Lehrkräfte dabei unterstützt werden, Medienkompetenz und den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten zu vermitteln“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Smartphones sind dabei für viele auch ein wichtiges Unterrichtswerkzeug. 50 Prozent der Lehrkräfte setzen sie im Unterricht ein: 12 Prozent häufig, 38 Prozent selten. Für einen Teil bilden die privaten Geräte sogar die Voraussetzung dafür, überhaupt digital unterrichten zu können: 28 Prozent der Lehrkräfte geben an, ohne die Smartphones ihrer Schülerinnen und Schüler häufig keine digitalen Unterrichtsangebote machen zu können. Wie mit Smartphones aber jenseits des Einsatzes im Unterricht umgegangen werden soll, ist umstritten: 54 Prozent der Lehrkräfte halten das Einsammeln der Smartphones ihrer Schülerinnen und Schüler schon allein wegen des Schutzes der Privatsphäre für problematisch. „Digitale Bildung darf nicht davon abhängen, wer welches Gerät von zu Hause mitbringt. Der kürzlich gestartete DigitalPakt 2.0 muss konsequent genutzt werden, um Schulen flächendeckend mit modernen Geräten auszustatten und parallel die Fortbildung der Lehrkräfte zu intensivieren. Gute digitale Ausstattung und praxisnahe Weiterbildung gehören zusammen – nur so lassen sich digitale Technologien sinnvoll im Unterricht einsetzen“, so Wintergerst. Für die Lehrkräfte ist ein souveräner Umgang mit dem Smartphone im Übrigen nicht immer leicht: Rund ein Fünftel (21 Prozent) gibt zu, dass es ihnen schwerfalle, ihrer Schülerschaft beim Umgang mit dem Smartphone ein gutes Vorbild zu sein.
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 501 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe 1 und 2 an Hauptschulen, Schulen mit mehreren Bildungsgängen, Realschulen, Gymnasien, integrierten Gesamtschulen und Waldorfschulen telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 22 bis KW 26 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie persönlich oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“ und „Wie häufig setzen Sie die nachfolgenden Geräte im Unterricht ein?“