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"Wir wissen nicht, was in diesen Netzen schlummert" - Ein Interview mit Jürgen Fauth

"Wir wissen nicht, was in diesen Netzen schlummert" - Ein Interview mit Jürgen Fauth 

Jürgen Fauth vom LKA Baden Württemberg über Cybercrime und Polizeiarbeit in Zeiten von Corona

Der 58-jährige Kriminaldirektor Jürgen Fauth wirkte 2012 beim Aufbau der zum damaligen Zeitpunkt eingerichteten Abteilung Cybercrime/Digitale Spuren mit. In der Folge begleitete er den landesweiten Aufbau des polizeilichen Netzwerkes zur Bekämpfung der Cybercrime und zum Umgang mit digitalen Spuren. In den Jahren 2014/2015 war er maßgeblich an der Erstellung der bundesweiten Strategie zur Bekämpfung  von Cybercrime beteiligt. Als Ausfluss daraus leitete er 2017 die bundesweite Projektgruppe „Cyberangriffe auf Kritische Infrastruktur“.
Er ist Leiter der Führungsgruppe der Abteilung Cybercrime/Digitale Spuren und damit stellvertretender Leiter dieser Abteilung beim LKA Baden-Württemberg.

Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit beim LKA Baden-Württemberg, über die Corona-Krise und wie sie mit dieser umgehen.

 

Wie hat sich Ihre Arbeit durch die Corona-Krise verändert?

Wir versuchen, die Arbeit soweit wie möglich vom Homeoffice aus zu erledigen. Das ist bei der Polizei in einigen Bereichen allerdings schlichtweg nicht möglich. Ich selbst befinde mich überwiegend in meinem Büro im LKA. Es handelt sich um ein Einzelbüro und im gesamten LKA herrschen natürlich Hygieneregeln. Durch das strikte Einhalten dieser Regeln haben wir es geschafft, die Corona-Infizierungen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich unter einem Prozent zu halten.

Natürlich ist es außergewöhnlich ruhig hier im Haus. Die meisten Türen sind zu. Telefonische Home-Office-Erreichbarkeiten an den Türschildern angebracht. Dienstreisen finden keine statt. Wozu auch? Keine Tagungen, keine Besprechungen, keine Veranstaltungen. Dafür aber Telefon- und Videoschaltkonferenzen. Und zunehmend Online-Veranstaltungen, bei denen auch die Mitarbeiter unseren Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) als Referenten gefragt sind.

Der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern im Haus findet in reduziertem Maße statt, der zum Netzwerk außerhalb des Hauses überhaupt nicht. Dieser persönliche Kontakt fehlt natürlich. Aber gleichwohl muss man sich fragen, ob man nicht auch künftig zumindest die ein oder andere Besprechung online durchführen und zum Wohle der Umwelt auf Pkw- oder Flugreisen verzichten könnte. Vom Zeitgewinn ganz zu schweigen.

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