Zwei Drittel fürchten Manipulation von Bildern ihrer Kinder oder nahestehender Personen
Etwa der Hälfte ist so etwas bereits außerhalb von Medienberichterstattung im Internet begegnet
Berlin, 17. August 2026 – Spezielle KI-Anwendungen können aus normalen Fotos mit wenigen Klicks sexualisierte Bilder erzeugen, ohne Wissen und Zustimmung der abgebildeten Personen. Für die große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist damit eine rote Linie überschritten: 84 Prozent sind der Meinung, dass Anwendungen, mit denen unbeteiligte Personen auf Fotos und Videos ganz oder teilweise entkleidet oder sexualisiert dargestellt werden können, weltweit verboten werden sollten. Dabei ist das Phänomen einer breiten Mehrheit bekannt: Ebenfalls 84 Prozent haben von solchen Anwendungen bereits gehört oder gelesen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) sagt, ihr sei so etwas innerhalb eines Jahres auch außerhalb der medialen Berichterstattung begegnet. Weitere 6 Prozent sind sich nicht sicher. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.006 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Demnach ist die Sorge mit Blick auf Kinder und nahestehende Personen besonders groß: Zwei Drittel (66 Prozent) haben Angst, dass Bilder ihrer Kinder oder anderer ihnen nahestehenden Personen mit einer solchen KI manipuliert werden könnten. Auch die Sorge, selbst Opfer zu werden, ist weit verbreitet: 43 Prozent befürchten, dass Bilder von ihnen mit einer solchen KI manipuliert werden könnten. Dabei findet eine Verharmlosung solcher Anwendungen ebenfalls Zustimmung: 24 Prozent meinen, die Aufregung um solche KI-Anwendungen sei übertrieben.
„KI-Entkleidungs-Apps sind für die Betroffenen kein Spaß. Sie verletzen, verängstigen und können traumatisieren. Diese Apps können den Betroffenen auch erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Schaden zufügen, im Beruf oder zum Beispiel im Klassenverbund der Schulen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Solche Entkleidungs-Apps sollten verboten werden, wer sie nutzt, muss zur Verantwortung gezogen werden.“ Dafür brauche es wie im geplanten Gesetz gegen digitale Gewalt vorgesehen eng gesetzte rechtliche Grenzen, schnelle Verfahren, funktionierende Meldewege und eine effiziente Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und Unternehmen. „Solche Inhalte sollten möglichst schnell entfernt und ihre Weiterverbreitung muss eingedämmt werden“, betont Rohleder. „Betroffene brauchen pragmatische Hilfe – von der Entfernung entsprechender Inhalte bis hin zu rechtlicher und psychologischer Beratung.“
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch/online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 12 bis KW 17 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Es gibt KI-Anwendungen, die aus ganz normalen Fotos sexualisierte Versionen erstellen können. Unbeteiligte Personen werden dabei mithilfe der KI beispielsweise ganz oder teilweise entkleidet, in anzüglicher Pose oder bei sexuellen Handlungen dargestellt. Haben Sie davon schon gehört oder gelesen?“; „Ist Ihnen so etwas außerhalb von Berichterstattung in den Medien in den letzten 12 Monaten begegnet?“ und „Welche der folgenden Aussagen zu solchen KI-Anwendungen, die unbeteiligte Personen auf Fotos und Videos ganz oder teilweise entkleiden bzw. sexualisieren, treffen Ihrer Meinung nach bzw. auf Sie persönlich zu oder nicht zu?“