Berlin, 17. Juli 2026 – Viele Startups können keine hohen Gehälter zahlen, stattdessen bieten sie ihren Beschäftigten ein Stück am Unternehmen: Wer den Aufbau mitträgt, soll später am Erfolg mitverdienen, etwa wenn das Startup verkauft wird. Insgesamt beteiligt derzeit gut jedes dritte Startup (36 Prozent) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weitere 41 Prozent können sich das für die Zukunft vorstellen. Doch wie viele im Team profitieren, fällt sehr unterschiedlich aus. Gut ein Viertel der Startups mit Mitarbeiterbeteiligung (27 Prozent) bezieht die gesamte Belegschaft ein, ein weiteres knappes Drittel (32 Prozent) zumindest ausgewählte Beschäftigte. Bei den übrigen bleibt die Beteiligung auf einen kleinen Kreis beschränkt, bei 19 Prozent auf die Gründerinnen und Gründer, in weiteren 11 Prozent auf Gründungsteam und Management. „Wer keine üppigen Festgehälter zahlen kann, setzt im Wettbewerb um die klügsten Köpfe oft auf Erfolgsbeteiligungen", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Viele Startups haben hier noch Potenzial, indem sie größere Teile der Belegschaft beteiligen. Voraussetzung dafür sind gesetzliche Vorgaben, die wirklich einfach und steuerlich attraktiv sind."
Beteiligen Startups Beschäftigte, so setzen sie dafür meist sogenannte virtuelle Anteile ein. Dabei handelt es sich um vertraglichen Zusagen, die Beschäftigte etwa bei einem Verkauf am Erlös beteiligen, ohne dass sie zu echten Gesellschaftern mit Stimmrechten werden. 84 Prozent der Startups, die Beschäftigte beteiligen, tun das mittels solcher virtuellen Anteile. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr, als der Anteil bei 71 Prozent lag. Mit lediglich 8 Prozent werden reale Anteile inzwischen sehr viel seltener genutzt, als noch im Vorjahr mit 20 Prozent. Ähnliches gilt für Anteilsoptionen, die aktuell von 11 Prozent genutzt werden, nach 23 Prozent in 2025. Einige Startups setzen auch mehrere dieser Möglichkeiten parallel ein.
Grundsätzlich ist die Offenheit für Mitarbeiterbeteiligung groß: Nur 17 Prozent der Startups schließen sie grundsätzlich aus.
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 102 Tech-Startups aus Deutschland online befragt, darunter 37 Startups, die Beschäftigte beteiligen. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 21 bis KW 27 2026 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild für Tech-Startups in Deutschland. Die Fragestellungen lauteten „Werden eure Beschäftigten an eurem Startup beteiligt? Mehrere Antworten sind möglich.“, und „Wer ist in eurem Startup beteiligt?“