Berlin, 13. August 2026 – Das E-Auto nicht nur laden, sondern den gespeicherten Strom bei Bedarf auch im Haushalt nutzen: Das sogenannte bidirektionale Laden stößt auf großes Interesse in deutschen Haushalten. 77 Prozent würden sich sicherer fühlen, wenn sie ihr E-Auto bei einem Stromausfall als Stromspeicher nutzen könnten. 64 Prozent fänden es grundsätzlich praktisch, ein E-Auto als Stromspeicher zu nutzen. Und 55 Prozent sagen, ein E-Auto wäre für sie attraktiver, wenn sie es auch als Stromspeicher einsetzen könnten. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.002 Haushalten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Bidirektionales Laden macht E-Autos zu mobilen Stromspeichern. Das erhöht Autonomie und Schutz von Privathaushalten bei hybriden Angriffen auf Stromnetze und kann zudem die Netzstabilität im Regelbetrieb erhöhen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Damit bekommt Elektromobilität einen zusätzlichen Nutzen: Sie macht Haushalte unabhängiger und stärkt die Versorgungssicherheit.“
Beim bidirektionalen Laden kann ein Elektroauto Strom nicht nur aufnehmen, sondern wie ein großer Stromspeicher auf Rädern auch wieder abgeben, zum Beispiel bei passender technischer Ausstattung ins eigene Haus oder künftig auch ins Stromnetz. So könnte ein E-Auto etwa Solarstrom vom eigenen Dach zwischenspeichern und abends im Haushalt nutzbar machen. Auch bei einem Stromausfall würde die Batterie eines geeigneten E-Autos helfen, den Haushalt weiter mit Energie zu versorgen. Bekannt ist das Thema bislang aber erst etwa der Hälfte der Haushalte: 46 Prozent haben zum Zeitpunkt der Umfrage schon einmal von bidirektionalem Laden gehört, 45 Prozent noch nicht.
Auch mit Blick auf die Energiewende sehen aber viele Haushalte Potenzial. 52 Prozent sagen, die Nutzung von E-Autos als Stromspeicher könne einen Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung leisten. 44 Prozent sind der Ansicht, die Politik sollte die Nutzung von E-Autos als Stromspeicher stärker fördern. „Deutschland braucht mehr Flexibilität im Stromsystem. Millionen E-Autos können dabei künftig eine wichtige Rolle spielen: Sie speichern Strom, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist und geben ihn bei Bedarf wieder ab“, sagt Rohleder. „Dafür braucht es jetzt passende regulatorische Rahmenbedingungen, eine schnellere Digitalisierung unseres Energiesystems z.B. durch mehr intelligente Messsysteme und einfache Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher.“ Aus Bitkom-Sicht sollte bidirektionales Laden schneller aus Pilotprojekten und ersten Marktangeboten in die breite, praktische Nutzung kommen. Zugleich müssen die Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher einfach verständlich und im Alltag nutzbar sein. Rohleder: „Bidirektionales Laden verbindet Elektromobilität, Energiewende und Versorgungssicherheit. Wenn Deutschland diese Technologie voranbringt, werden Haushalte, Stromnetze und Klima gleichermaßen profitieren.“
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.002 Haushalte in Deutschland mit mindestens einer Person ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 16 bis KW 20 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Haben Sie schon einmal von bidirektionalem Laden gehört, bei dem ein Elektroauto Strom nicht nur aufnimmt, sondern auch wieder ins Haus oder ins Stromnetz abgeben kann?“, „Für wie sinnvoll halten Sie grundsätzlich die Möglichkeit ein Elektroauto als Stromspeicher zu nutzen?“ und „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Ihren Haushalt oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“