Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales arbeitet derzeit an einer Weiterentwicklung der branchen- und ressortübergreifenden Fachkräftestrategie. Bitkom begrüßt die Erweiterung der Handlungsfelder um die Themen Künstliche Intelligenz und Digitalisierung sowie Vernetzung und Zusammenarbeit. Angesichts des Fachkräftemangels braucht Deutschland eine Fachkräftestrategie, die Ausbildung, Weiterbildung, Zuwanderung und inländische Erwerbspotenziale konsequent mit den Chancen der Digitalisierung zusammendenkt.
Dafür müssen Aus- und Weiterbildung deutlich flexibler und digitaler werden. Bitkom fordert unter anderem ein dauerhaftes „Budget Digitale Bildung“, die stärkere Verankerung von Digitalkompetenzen in allen Ausbildungsberufen sowie schnellere Verfahren zur Modernisierung von Berufsbildern. In der Weiterbildungsförderung sollte die Mindestdauer förderfähiger Maßnahmen von 120 auf 50 Stunden sinken, Ausschlussfristen sollten verkürzt und Antragsverfahren bundesweit stärker harmonisiert werden. So können auch kurze, modulare und digitale Weiterbildungsangebote besser genutzt werden.
Gleichzeitig braucht es schnellere und konsequent digitalisierte Verfahren bei der Fachkräfteeinwanderung. Die geplante Work-and-Stay-Agentur sollte mehr sein als ein Informationsportal und zentrale Verwaltungsverfahren bündeln sowie Arbeitgeber stärker einbeziehen. Bitkom spricht sich zudem für flexiblere Arbeitszeitregelungen, eine gezielte Förderung von Quereinstieg und Frauen in IT-Berufen sowie neue Instrumente zum Aufbau von KI-Kompetenzen aus. Dazu gehören ein persönlicher AI Skills Credit für Beschäftigte und ein AI Skilling Bonus für kleine und mittlere Unternehmen.