PLAYGROUND-XR: Kinder gestalten Spielplätze in Mixed Reality
Wie sieht der perfekte Spielplatz aus? Die besten Antworten darauf haben die, die ihn später nutzen: Kinder selbst. Das Projekt PLAYGROUND-XR macht ihre Stimmen hörbar – und sichtbar.
Im Rahmen des Smart-City-Programms „smartcity.mg gemeinsam digital“ erprobt Mönchengladbach einen neuen Ansatz der Bürgerbeteiligung: Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren gestalten Spielplätze in einer Mixed-Reality-Umgebung. Mit Meta-Quest-Brillen platzieren sie Klettergerüste, Schaukeln, Rutschen und Landschaftselemente in einer virtuellen Welt – und erleben ihre Entwürfe in Echtzeit, als stünden sie bereits mitten auf dem fertigen Spielplatz.
Wie funktioniert das?
Das Mobile Extended Reality Lab (MXR-Lab) der Hochschule Niederrhein hat gemeinsam mit den Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetrieben (mags) einen interaktiven Demonstrator entwickelt. Die Anwendung basiert auf FigminXR und ermöglicht es den Kindern, aus einer Bibliothek von Spielgeräten und Gestaltungselementen zu wählen, diese frei zu positionieren, in der Größe anzupassen und zu speichern.
In mehreren Workshops mit Schulklassen wurde der Demonstrator erprobt. Die Kinder setzten die VR-Brillen auf, erkundeten die virtuelle Umgebung und gestalteten ihre Spielplätze – begleitet von Forschenden, die Usability, Kreativität und Akzeptanz evaluierten.
Was bringt das der Stadtplanung?
Die Entwürfe der Kinder liefern den Planungsabteilungen wertvolle Einblicke: Welche Geräte sind beliebt? Wie werden Freiflächen genutzt? Welche Gestaltungswünsche tauchen immer wieder auf? Statt abstrakter Fragebögen entstehen konkrete, begehbare Visionen – und die Hemmschwelle für Kinder, ihre Meinung zu äußern, sinkt drastisch.
Für die Stadt bedeutet das: bessere Daten, höhere Akzeptanz bei den künftigen Nutzerinnen und Nutzern und ein Beteiligungsformat, das sich anfühlt wie Spielen.
Übertragbarkeit
Das Konzept ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Die eingesetzte Technik ist erschwinglich, die Software anpassbar, das Workshopformat dokumentiert. Andere Kommunen können den Ansatz übernehmen – nicht nur für Spielplätze, sondern potenziell auch für Schulhöfe, Parks oder öffentliche Plätze.
Projektpartner und Förderung
Das Projekt wird umgesetzt von den Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetrieben (mags) in Kooperation mit dem GEMIT Institut für Geschäftsprozessmanagement und IT der Hochschule Niederrhein. Es ist Teil des vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen geförderten Programms „Modellprojekte Smart Cities“.
Laufzeit: Februar – Juli 2026
Ein Student Innovation Team der Hochschule Niederrhein entwickelt den Demonstrator, und die mags koordiniert die Einbindung in die städtische Planung. Erste Ergebnisse zeigen: Wenn Kinder Stadtplanung buchstäblich in die Hand nehmen, entstehen nicht nur kreative Entwürfe – sondern auch ein neues Verständnis davon, dass ihre Meinung zählt.