Mit VIAA intelligent durch die Hansestadt
Mit dem Förderprojekt VIAA – Lübecks Verkehrsmanagementsystem, intelligent, analytisch und agil – schafft die Hansestadt Lübeck Grundlagen für eine digitale Verkehrssteuerung, um den Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden. Hierfür ist es notwendig, eine digitale, multimodale und echtzeitfähige Verkehrssteuerung bzw. ein Verkehrsmanagementsystem aufzubauen. Voraussetzung dafür bildet der neu beschaffte Verkehrsleitrechner in Echtzeitarchitektur, der eine digitale und multimodale Verkehrssteuerung ermöglicht. Mit einem Gesamtvolumen von rund 5 Millionen Euro – wovon 65 Prozent durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert werden – ist VIAA zunächst auf zweieinhalb Jahre ausgelegt.
Durch die sich im Aufbau befindende analytische Datenplattform sollen alle Mobilitätsteilnehmenden von entsprechenden aktiven Verkehrsbeeinflussungsmaßnahmen umfassend profitieren. Diese Datenplattform trägt durch eine aktive Entscheidungsunterstützung in Echtzeit dazu bei, dass die jeweils vorherrschende Mobilitätslage objektiv eingeschätzt werden kann und die richtigen Entscheidungen im Sinne eines intelligenten, analytischen und agilen Verkehrsmanagements erfolgen können. In der Datenplattform werden alle durch die operativen Systeme erfassten Daten gesammelt und ausgewertet. Besonders wichtig ist eine umfangreiche Bewertung und Analyse der Datenqualität der eingehenden Daten.
Zusätzlich zur bestehenden Sensorik wurden 30 Kreuzungen mit innovativen Sensoren zur datenschutzkonformen Messung der Reisezeit ausgestattet. Diese ermitteln die Reisezeiten der Fahrzeuge und Radfahrenden auf den Strecken zwischen Sensorstandorten, um ein aktuelles Bild der Verkehrslage zu erhalten. Dadurch wird es möglich, auch auf unerwartete Ereignisse zu reagieren, aber auch zukünftige Planungen zu verbessern. Außerdem werden vier wichtige Kreuzungen mit einem modernen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Dieses erfasst DSGVO-konform die Anzahl und Art der Verkehrsteilnehmenden. Dadurch kann in Echtzeit auf Verkehrsereignisse reagiert und durch eine umfassende Analyse der Kreuzungssituation der Verkehr besser geplant werden.
Die Einführung eines Ampelphasenassistenten, auch Grüne-Welle-Assistent genannt, ist ein konkretes und sichtbares Beispiel für die zukünftigen Möglichkeiten. Die trafficpilot-App ist bereits heute in zehn weiteren Städten verfügbar und unterstützt dabei, bestehende Grüne-Welle-Schaltungen durch Anpassung der eigenen Geschwindigkeit besser zu nutzen. In Lübeck werden zunächst 47 Ampelkreuzungen an die App angeschlossen.
Um auch Radfahrenden ohne Smartphone die Nutzung von VIAAflow zu ermöglichen, werden zusätzlich zur App sechs Anzeigeelemente installiert. Darauf werden für Radfahrende gut sichtbar die Informationen zur nächsten Ampel angezeigt. Damit können auch für den motorisierten Verkehr Stopp- und Anfahrvorgänge reduziert und der Verkehrsfluss verstetigt werden, was zu einer umweltfreundlicheren Fahrweise beiträgt.
Die neu geschaffenen Möglichkeiten und Funktionen werden auf drei ausgewählten Teststrecken erprobt. Zum einen soll die Verstetigung des Verkehrs durch einen Ausbau der Busbeschleunigung und eine Optimierung der Koordinierung der Signalanlagen verbessert werden. Zum anderen liegt der Fokus auf der Erfassung und Analyse unterschiedlicher Verkehrsarten, insbesondere des Schwerverkehrsanteils. Zum Dritten werden die Auswirkungen von Brückenöffnungen auf den Verkehrsfluss untersucht. Langfristig ist eine sukzessive Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet vorgesehen.
Fazit: Ein bedeutender Schritt in Richtung Smart City
Mit VIAA setzt die Hansestadt Lübeck neue Maßstäbe im digitalen Verkehrsmanagement und geht damit einen wichtigen Schritt in Richtung Smart City. Die Kombination aus moderner Technologie, datenbasierter Analyse und praxisnahen Testfeldern ermöglicht eine flexible, nachhaltige und zukunftssichere Verkehrssteuerung. Lübeck demonstriert damit, wie Städte durch innovative Ansätze und digitale Vernetzung den Weg in eine smartere, lebenswertere Zukunft ebnen können.