Berlin, 16. April 2026 – Wie lernen Kinder nicht nur Mathe, Deutsch und Co., sondern auch den souveränen Umgang mit KI, Social Media und Fake News? Schon jetzt gibt es in Deutschland Schulen, die darauf Antworten haben. Der Digitalverband Bitkom zeichnet heute 17 solcher digitaler Vorreiterschulen als „Smart Schools“ aus. Schulen aus neun Bundesländern sowie drei Auslandsschulen in Singapur, Spanien und Kroatien erhalten den Titel. Im Smart School Wettbewerb werden Schulen prämiert, die innovative Konzepte zur Digitalisierung von Schule und Unterricht umsetzen. Sie vereinen fortschrittliche IT-Infrastruktur mit digitalen Lerninhalten und Konzepten – und qualifizieren auch ihre Lehrkräfte entsprechend. „Moderne Bildung heißt, bewährte Methoden mit digitalen Technologien und neuen Formaten zu verbinden. Die Smart Schools gehen hier mit frischen Ideen und Pragmatik voran“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Individualisierter lernen, inklusiver lernen, praxisbezogener lernen – an diesen Vorreiterschulen zeigt sich, wo die größten Potentiale digitaler Technologien in der Bildung liegen. Mehr Sichtbarkeit, Austausch und der Transfer solcher Best Practices sind essenziell, um in Sachen Digitalisierung im gesamten deutschen Schulsystem voranzukommen.“
Das diesjährige Wettbewerbsmotto „Resilienz & Verantwortung: Digitale Medienbildung“ greift zentrale Herausforderungen der Online-Welt wie etwa Fake News, Datenschutz oder Bildschirmzeiten auf. Die prämierten Schulen haben innovative Konzepte entwickelt, wie Schülerinnen und Schüler lernen können, souverän mit digitalen Medien umzugehen – zum Beispiel durch einen KI-Führerschein, Liveanalysen von Datenverarbeitung in sozialen Netzwerken oder Projektwochen zur Reflektion des Nutzungsverhalten digitaler Geräte. „Digitale Kompetenzen sind heute entscheidend, damit Kinder und Jugendliche selbstbestimmt und verantwortungsbewusst in der digitalen Welt agieren können“, so Wintergerst.
Anlässlich des 10-jährigen Bestehen des Smart School Netzwerkes wird neben der Auszeichnung neuer Schulen erstmals auch ein mit 5.000 Euro dotierter Sonderpreis für ein einzelnes Smart School Projekt vergeben. Dieser geht an die St. Benedikt Schule in Düsseldorf, die seit 2023 Teil des Netzwerkes ist. In der Schülerschaft der Hauptschule werden mehr als 60 Sprachen gesprochen. Diese sprachliche Vielfalt galt bisher als Hürde für den Unterricht. Mit „Transcribby.ai“ hat die Schule in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen eine App zur Simultanübersetzung entwickelt, die mit KI einen Unterricht in mehreren Sprachen parallel ermöglicht und diese Sprachbarrieren abbaut. Die Lehrkraft spricht dabei in ein Mikrofon, während der gesprochene Text in Echtzeit in die jeweiligen Muttersprachen der Schülerinnen und Schüler übersetzt wird – zum Mitlesen auf dem Tablet und Mithören per Kopfhörer. Wintergerst: „Das Projekt zeigt, wie digitale Technologien Inklusion und Chancengleichheit fördern, Barrieren überwinden und in Zusammenarbeit mit der Digitalwirtschaft neue Potenziale erschlossen werden können.“
Die ersten Smart Schools wurden 2016 im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung ausgezeichnet. Seit 2018 wird das Projekt vom Bitkom weitergeführt. Inzwischen umfasst das Smart-School-Netzwerk 152 digitale Vorreiterschulen – 148 Schulen bundesweit, von Grundschulen über Gesamtschulen und Gymnasien bis zu Berufsschulen, sowie mittlerweile vier Deutsche Auslandsschulen. Zweimal im Jahr trifft sich das Netzwerk, um Best Practices auszutauschen und Herausforderungen zu diskutieren. Weitere Informationen zu Smart Schools, Wettbewerb und Bewerbungsverfahren finden sich unter www.bitkom.org/smart-school.