Berlin, 22. Juni 2026 - Social Media gehört für Jugendliche und junge Erwachsene selbstverständlich zum Alltag. Für Kinder stellt sich aber die Frage, ab wann und unter welchen Bedingungen sie dort unterwegs sein sollten. Kurz bevor die vom Bundesfamilienministerium eingesetzte Expertenkommission an diesem Mittwoch ihre Handlungsempfehlungen zur Nutzung von Social Media durch Kinder und Jugendliche vorlegt, veröffentlicht Bitkom gemeinsam mit 11 weiteren hochrangigen Organisationen eine Erklärung zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Räumen. Darin werden pauschale Verbote abgelehnt und gleichzeitig ein zeitgemäßer Jugendmedienschutz gefordert, der Schutz, Befähigung und Teilhabe zusammenbringt. Zu den Unterzeichnern zählen u.a. die Bundesschülerkonferenz, der Bundeselternrat, die Kindernothilfe oder der AWO Bundesverband.
Auch die Menschen in Deutschland sprechen sich nicht für ein pauschales Verbot aus, wohl aber für einen geschützten Einstieg. Im Durchschnitt halten sie eine Social-Media-Nutzung mit Einschränkungen ab 14 Jahren für angemessen, heißt also beispielsweise mit Jugendschutzfiltern, ohne sexualisierte Inhalte, ohne Gewaltinhalte, ohne Hass und Mobbing, ohne personalisierte Werbung oder mit reglementierten Kontaktfunktionen – und damit so, wie es im Digital Services Act der EU für Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren vorgesehen ist. Social-Media-Nutzung ohne jegliche Einschränkungen halten die Deutschen ab 16 Jahren für geboten. Zugleich wünschen sich insgesamt 87 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien mehr kindgerechte soziale Netzwerke, in denen Kinder sicher und altersangemessen online unterwegs sein können. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 985 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren.
„Kinder und Jugendliche dürfen aus digitalen Räumen nicht pauschal ausgeschlossen werden. Social Media ist Teil ihrer Lebenswirklichkeit, dort finden Austausch, Orientierung, Unterhaltung und Teilhabe statt. Aber Kinder brauchen dort besonderen Schutz, altersgerechte Angebote und Erwachsene, die sie begleiten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Ohne Medienkompetenz kann es keinen wirksamen Jugendmedienschutz geben: Ein pauschales Verbot wäre daher der falsche Weg. Medienkompetenz entsteht nicht durch Ausschluss, sondern durch geschützte, begleitete Praxis. Entscheidend ist, dass Kinder schrittweise lernen, sich sicher und selbstbewusst in der digitalen Welt zu bewegen.“
Wie das gelingen kann, zeigen die zentralen Punkte der am heutigen Montag veröffentlichten Erklärung:
Zur Erklärung: https://www.bitkom.org/Gemeinsame-Erklaerung-Social-Media
Alle Unterzeichner: AWO Bundesverband, Bitkom e.V., Bundeselternrat, Bundesschülerkonferenz, BVDW, D21, Ecpat, eco, fragFINN, FSM, Kindernothilfe e.V., Montessori Bundesverband Deutschland e. V.
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 985 Personen in Deutschland ab 18 Jahren telefonisch befragt, darunter 814 Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien. Die Befragung fand zwischen KW 12 und KW 17 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragen lauteten: „Ab welchem Alter sollten Kinder soziale Medien mit Einschränkungen nutzen dürfen - zum Beispiel mit Jugendschutzfiltern, also ohne sexualisierte Inhalte, ohne Gewaltinhalte, ohne Hass und Mobbing, ohne personalisierte Werbung und mit eingeschränkten Kontaktfunktionen?“, „Ab welchem Alter sollten Kinder Ihrer Meinung nach ohne Einschränkung soziale Medien nutzen dürfen?“ und „Welche der folgenden Aussagen zum Thema soziale Netzwerke treffen auf Sie oder Ihrer Meinung nach zu?“