Berlin, 28. Oktober 2026 - Was wird transportiert, wohin geht die Ware und wer übernimmt sie am Ziel? Diese Angaben sind für die Abwicklung von Transporten unerlässlich – werden aber häufig noch auf Papier festgehalten. Mit digitalen Frachtbriefen können die Informationen elektronisch bereitgestellt und direkt zwischen Verladern, Transportunternehmen und Empfängern ausgetauscht werden. Drei Viertel (76 Prozent) der Logistikunternehmen in Deutschland nutzen solche digitalen Frachtbriefe zumindest teilweise. Ausschließlich digital arbeiten aber bislang lediglich 7 Prozent, weitere 32 Prozent nutzen überwiegend digitale Frachtbriefe. Über ein Drittel (37 Prozent) setzt sie dagegen nur vereinzelt ein. Damit hat sich die Nutzung gegenüber 2022 insgesamt kaum verändert: Damals verwendeten 77 Prozent der Logistikunternehmen digitale Frachtbriefe zumindest teilweise. Das zeigt eine repräsentative Befragung unter 502 Logistikunternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Insgesamt 22 Prozent nutzen den digitalen Frachtbrief nach eigenen Angaben gar nicht. Dabei haben 13 Prozent deren Einführung allerdings inzwischen konkret geplant – 2022 waren es erst 6 Prozent. Weitere 7 Prozent ziehen einen Einsatz zumindest grundsätzlich in Erwägung. Nur 2 Prozent aller deutschen Logistikunternehmen haben bislang keine digitalen Frachtbriefe genutzt und erwägen dies aktuell auch nicht.
Gleichzeitig wächst der Wunsch nach mehr Verbindlichkeit: Mehr als die Hälfte der Logistikunternehmen (54 Prozent) spricht sich inzwischen dafür aus, digitale Frachtbriefe verpflichtend zu machen. 2022 waren es noch 47 Prozent. „Der digitale Frachtbrief ist in der Logistik längst angekommen, aber noch nicht überall zum Standard geworden. Vielerorts laufen digitale und papierbasierte Abläufe weiterhin nebeneinander – das kostet Zeit und macht Prozesse unnötig kompliziert. Ein digitaler Frachtbrief entfaltet seinen Nutzen nur dann vollständig, wenn er entlang der gesamten Transportkette eingesetzt und von allen Beteiligten akzeptiert werden kann. Unternehmen, Fahrerinnen und Fahrer, Geschäftspartner und Behörden müssen deshalb auf gemeinsame Standards und verlässliche digitale Verfahren setzen können“, so Paul Hannappel, Logistik-Experte beim Bitkom.
Auf dem Weg zu durchgängig digitalen Transportprozessen gibt es weiterhin Hürden: 45 Prozent der Logistikunternehmen sagen, für digitale Frachtbriefe fehlten einheitliche Standards. Rund ein Drittel berichtet zudem von Akzeptanzproblemen in der praktischen Anwendung: 33 Prozent sagen, die Nutzung digitaler Frachtbriefe scheitere häufig an fehlender Akzeptanz bei Zollmitarbeitenden, 32 Prozent nennen fehlende Akzeptanz bei Fahrerinnen und Fahrern.
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 502 Logistikunternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 26 bis KW 31 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Jetzt geht es speziell um digitale Frachtbriefe, d. h. frachtbegleitende Dokumente, die in elektronischer Form ausgestellt, gespeichert und mit relevanten Parteien, z. B. Verladern, Frachtführern, den Empfängern geteilt werden können. Welche der folgenden Aussagen trifft am ehesten auf Ihr Unternehmen zu?“ sowie „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Ihr Unternehmen oder Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“