Breites Interesse an individualisierten Versicherungen

  • 3 von 10 Bundesbürgern würden ihrer Versicherung persönliche Daten zum eigenen Verhalten zur Verfügung stellen
  • Jeder Zweite hält persönliche Tarife für gerechter – aber jeder Zehnte hat Angst, seinen Versicherungsschutz zu verlieren

Berlin, 7. September 2020 - Wer vorsichtig fährt, muss niedrigere Prämien für die Kfz-Versicherung bezahlen und wer gesund lebt und Sport treibt, wird von der Lebensversicherung belohnt? 3 von 10 Menschen in Deutschland (29 Prozent) würden gerne solche individualisierten Versicherungsangebote nutzen, bei denen sie ihrer Versicherung persönliche Daten über ihr Verhalten zur Verfügung stellen. Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit 41 Prozent noch deutlich höher. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 18 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Digitale Technologien erlauben es den Versicherungsunternehmen, Risiken genauer zu berechnen als in der Vergangenheit, wo nur ungenaue Informationen wie Alter und Beruf Grundlage für Prämienberechnungen waren“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wenn sichergestellt ist, dass der Kunde seine Einwilligung zur Nutzung der Daten aktiv gegeben hat und niemand diskriminiert wird, kann jeder Einzelne profitieren.“

Jeder Zweite (48 Prozent) gibt an, dass personalisierte Versicherungen gerechter sind, weil der Einzelne stärker für sein eigenes Risiko einstehen muss. Unter den Jüngeren bis 29 Jahre stimmen sogar 54 Prozent dieser Aussage zu. Jeder Dritte (37 Prozent) geht davon aus, persönlich von solchen Policen zu profitieren, unter den Jüngeren sind es 44 Prozent. Jeder dritte Befragte (33 Prozent, unter den 18- bis 29-Jährigen: 38 Prozent) wünscht sich daher, dass die Politik die Nutzung von Daten für Versicherungen erleichtert. Berg: „Versicherungen sollten verstärkt investieren, um die vorhandenen Daten auch zu nutzen und ihren Kunden jene Angebote machen zu können, die sie sich wünschen.“

Gleichzeitig befürchtet jeder Zehnte (10 Prozent, unter den Jüngeren: 6 Prozent), bei individualisierten Angeboten vielleicht gar keine Versicherung mehr abschließen zu können. Und 45 Prozent aller Befragten (37 Prozent der 18- bis 29-Jährigen) haben Sorge, dass solche Tarife insgesamt zu steigenden Prämien führen. Unabhängig vom Alter sind 51 Prozent der Meinung, dass von personalisierten Angeboten vor allem die Versicherungsunternehmen profitieren würden.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 18 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten:  „Welche der folgenden Aussagen trifft auf Sie?“ & „Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu bzw. nicht zu?“