Berlin, 20. April 2026 - Heute hat die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" des Bundesfamilienministeriums eine Bestandsaufnahme mit ersten Ergebnissen bezüglich eines effektiveren Kinder- und Jugendschutzes vorgelegt. Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:
„Der Bericht der Expertenkommission bestätigt: Die Debatte über Jugendmedienschutz lässt sich nicht auf Bildschirmzeiten oder pauschale Verbote verkürzen. Entscheidend sind Inhalte, Verantwortung der Plattformen und vor allem die Begleitung von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum durch ihre Eltern. Laut einer Bitkom-Umfrage 2025 haben nur 52 Prozent der Eltern, die ihrem Kind ein Social-Media-Profil erlauben, die Privatsphäre-Einstellungen im Profil des Kindes geändert und ebenfalls rund die Hälfte (52 Prozent) spricht mit dem eigenen Kind darüber, was beim Teilen von Bildern oder Videos in sozialen Netzwerken zu beachten ist.
Soziale Medien bieten jungen Menschen wichtige Chancen – etwa für Teilhabe, Information und soziale Vernetzung. Ein wirksamer Jugendmedienschutz muss diese Balance berücksichtigen und differenziert ausgestaltet sein. Statt pauschaler Einschränkungen sollte der Fokus auf der konsequenten Umsetzung bestehender Regelungen, insbesondere des Digital Services Act, sowie auf wirksamer Medienbildung und der Befähigung von Eltern und Lehrkräften liegen. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Eltern fühlt sich unsicher, digitale Kompetenzen zu vermitteln. Konkret braucht es etwa eine verbindliche Verankerung von Medienkompetenz in Lehrplänen, entsprechende Fortbildungen sowie eine Bundeszentrale für digitale Bildung zur Unterstützung von Eltern.“