Ackerbaustrategie 2035: Mehr Nachhaltigkeit durch digitale Technologien

  • 81 Prozent der Landwirte sehen Digitalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit
  • Online-Beteiligungsverfahren zur Ackerbaustrategie 2035 endet heute

Berlin, 31. August 2020 - Die Mehrheit der Landwirte in Deutschland sieht in digitalen Technologien große Potenziale für eine nachhaltigere Landwirtschaft. So sind 93 Prozent der Ansicht, dass digitale Technologien dabei helfen, Dünger, Pflanzenschutzmittel und andere Ressourcen einzusparen. 81 Prozent sagen, durch digitale Technologien werde eine umweltschonendere Produktion ermöglicht. 7 von 10 Landwirten (69 Prozent) betonen, die Digitalisierung sei prinzipiell eine große Chance für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Das hat eine repräsentative Studie zur Digitalisierung der Landwirtschaft ergeben, für die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) mehr als 500 Landwirte in Deutschland im Frühjahr 2020 befragt wurden. „Die Digitalisierung ist ein zentraler Bestandteil für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Wenn etwa Sensoren einen gezielten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ermöglichen, werden nicht nur Boden und Umwelt geschont, sondern zugleich Ernte und Ertrag gesichert“, betont Andreas Schweikert, Bereichsleiter Landwirtschaft beim Bitkom. „Es ist gut, dass die Potenziale der Digitalisierung in der Ackerbaustrategie 2035 anerkannt werden. Für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft müssen die Chancen digitaler Technologien jetzt auch konsequent genutzt werden.“

Zum Ende des Online-Beteiligungsverfahrens zur Ackerbaustrategie 2035 betont Schweikert: „Ob ökologisch oder konventionell, ob kleiner oder großer Hof: Digitale Technologien sind bereits für alle Arten von Betrieben vorhanden und müssen stärker in die Fläche gebracht werden. Ein Schwerpunkt der politischen Flankierung sollte daher vor allem auf der wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Unterstützung von Landwirten bei der Inbetriebnahme gelegt werden.“ Zugleich müsse die öffentliche Verwaltung bei der Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnehmen. Schweikert: „Während die Digitalisierung auf den Höfen voranschreitet, droht die Verwaltung dieser Entwicklung hinterherzulaufen. Für die Steigerung der Nutzbarkeit digitaler Systeme ist eine digitale Verwaltung von zentraler Bedeutung. Dazu gehören etwa der digitale Datenaustausch mit den IT-Systemen der Landwirte über offene Schnittstellen, die Vernetzung von öffentlichen Plattformen sowie digitale Beratungs- und Serviceangebote für Landwirte. Leider lässt die Ackerbaustrategie 2035 die Verwaltung als elementares Glied des digitalen Ökosystems außen vor. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht eine digitale Verwaltung, um die Potenziale der Digitalisierung für Landwirte und Verbraucher zu heben."

Das Positionspapier des Bitkom zur Ackerbaustrategie 2035 steht hier zum Download bereit: Bitkom-Stellungnahme zur Ackerbaustrategie 2035