08.02.2016 Wie die Digitalisierung unser angeschlagenes Gesundheitssystem heilen kann

Unser Gesundheitssystem kränkelt.

Unser Gesundheitssystem leidet. Und da hilft auch das Argument nicht, dass es anderen Ländern noch schlechter gehe als uns. Im globalen Vergleich steht Deutschland zwar noch gut da – aber wie sieht es morgen aus? Können wir das hohe Niveau, auf dem wir uns bewegen, halten und auch noch für unsere Kinder eine hochwertige Versorgung sicherstellen? Der demographische Wandel, eine stetig steigende Anzahl chronisch kranker Menschen, Krankenhäuser, die rote Zahlen schreiben sowie ein hoher Kostendruck sind nur einige Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.

Neuer Name und neuer Auftrag: Statt Krankenkassen brauchen wir „Gesundheitskassen“.

Vorsorge ist günstiger als Nachsorge. Was klingt wie ein gutgemeinter Ratschlag, ist der Schlüssel zum Erfolg. Viele der vorherrschenden chronischen Erkrankungen können durch eine gesunde Lebensweise sowie durch die Reduktion bekannter Risikofaktoren abgewendet werden. Die Folge sind geringere oder gar keine Kosten für eine medizinische Behandlung. Langsam aber sicher kommt dem Thema Prävention auch in politischen Diskussionen eine wichtigere Rolle zu. Dennoch sind wir noch lange nicht dort, wo wir sein sollten: Wir benötigen eine noch stärkere Kultur der Prävention – die vom Staat gefordert und von den Krankenkassen gefördert wird. Statt Krankenkassen brauchen wir echte Gesundheitskassen, die den Menschen unterstützen, der mit einem gesunden Lebensstil seinen Beitrag zu einer gesunden Gesellschaft leistet. Gesündere Versicherte entlasten unser Gesundheitssystem, ein geringerer Krankenstand macht unsere Unternehmen wettbewerbsfähiger

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Bernd Laudahn

Geschäftsführer, Philips GmbH Market DACH

Zitat

„Nur wenn die Menschen darauf vertrauen können, dass ihre persönlichen Daten sicher sind, werden sie die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen vollständig akzeptieren.“

Bernd Laudahn, Geschäftsführer Philips GmbH Market DACH

Digitalisierung als Heilmittel.

Die Digitalisierung beeinflusst all unsere Lebensbereiche. So hat sie auch die Gesundheitswirtschaft mit voller Kraft erreicht – und nimmt insbesondere im Bereich der so wichtigen Prävention eine Schlüsselposition ein. Das Googeln von Symptomen und das Messen der Vitalwerte mithilfe von Wearables gehören längst zur gängigen Praxis der Informationsbeschaffung. Fakt ist: Ein informierter Patient ist ein mündiger Patient. Und genau diese Mündigkeit verändert das Verhältnis von Patient und Arzt grundlegend. Der Arzt ist weiterhin medizinischer Experte auf seinem Gebiet – hinzu kommt eine weitere, neue Rolle als „Coach“. Denn der aufgeklärte, anspruchsvolle Patient erwartet eine zielgerichtete Beratung. Entsprechend muss der Arzt seinen Patienten beim Verfolgen eines gesunden Lebensstils als auch bei der Behandlung von Krankheiten unterstützen, motivieren und ihn durch den Wust an digitalen Informationen leiten – ja, regelrecht „coachen“.

Digitale Geschäftsmodelle werden über die Zukunft unseres Gesundheitssystems entscheiden.

Die Digitalisierung bringt neben neuen Rollenverteilungen für die Beteiligten neue Marktteilnehmer und neue Vertriebswege mit sich. Digitale Geschäftsmodelle werden über die Zukunft der Gesundheitsbranche entscheiden – und damit ihren Erfolg oder Misserfolg. Voraussetzung für eine erfolgreiche Restrukturierung des Systems ist die Vernetzung von Ärzten, Krankenhäusern, Pflegeinstitutionen und Krankenkassen. Das eHealth Gesetz gilt hier als Meilenstein. Philips hat eine digitale Gesundheitsplattform entwickelt, über die Ärzte, Kliniken und Patienten jederzeit Zugriff auf aktuelle Patientendaten haben – sofern es der Patient selbst zulässt. Damit realisiert unsere sogenannte Health Suite Digital Platform (HSDP) – im Zusammenspiel mit unseren vernetzten Gesundheitsprodukten und -programmen – quasi als Betriebssystem auf der Datenautobahn durch eine patientenorientierte Datenbereitstellung und -analyse schnellere und genauere Diagnosen, kürzere Warte- und Krankenhauszeiten, die bessere Einbindung des Patienten und der Angehörigen. Philips steht mit dieser und weiteren innovativen Lösungen in den Startlöchern, um die Ziele des e-Health Gesetzes Realität werden zu lassen und zusätzliche Potentiale im Dienste des Patienten umzusetzen.

Die Datenschutzdiskussion bremst unser Gesundheitssystem aus.

Hochsensible Daten und Big Data – wie passt das zusammen? Die Akzeptanz für innovative digitale Anwendungen wird sich daran festmachen, ob Verbraucher sie auf Qualität und Vertrauenswürdigkeit beurteilen können. Nur wenn die Menschen darauf vertrauen können, dass ihre persönlichen Daten sicher sind, werden sie die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen vollständig akzeptieren. Über 80 Prozent der Deutschen sorgen sich aber heute laut einer forsa-Umfrage um ihre Gesundheitsdaten. Das lässt den Wunsch nach staatlicher Regulierung laut werden, denn exakt an diesem Punkt wird sich entscheiden, ob digitale Gesundheitslösungen die erwarteten Einsparpotentiale erzielen können. Bei Philips hat Datenschutz allerhöchste Priorität. Bereits bei der Planung unserer innovativen Produktlösungen stehen die Maßnahmen zum Schutz der Nutzerdaten im Fokus. Vor und während der Anwendung der digitalen Philips Gesundheitsprogramme zeigen wir unseren Kunden transparent auf, was mit ihren Daten passiert. Jeder hat jederzeit die volle Hoheit über seine eigenen Daten. Aber das reicht nicht: Die Politik muss beim Thema Datenschutz auch die übergreifenden rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen schaffen – die wir dann alle gemeinsam mit Leben füllen werden. Nur so haben wir langfristig eine Chance, über die Nutzung digitaler Lösungen gesundheitsförderndes Verhalten zu erwirken – und Unterstützung in der Krankheitsbewältigung und gleichzeitig Eindämmung der Kostenexplosion zu leisten. Nur so werden wir unser kränkelndes Gesundheitssystem heilen können.

  • Bernd Laudahn spricht am 9. Februar auf dem Safer Internet Day des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz und Bitkom über den Mehrwert digitaler Gesundheitsprogramme.

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