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08.02.2018 | Positionspapier Interoperabilität für die Digitalisierung im Gesundheitswesen

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Im Zuge der notwendigen und fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt der Frage der Interoperabilität aller Systeme eine entscheidende Bedeutung zu. Dies beinhaltet die Notwendigkeit eines reibungslosen und bruchlosen Datenaustauschs, der zwischen allen Sektoren der Gesundheitsversorgung möglich sein muss. Gleichzeitig sollten alle Anstrengungen zur Herstellung der Interoperabilität der Systeme, über Deutschland hinaus, Perspektiven für eine internationale Standardisierung bieten.

Die in diesem Markt tätigen Mitgliedsunternehmen des Bitkom sind sich der Aufgabe und Verantwortung bewusst. Bereits heute sind diese Unternehmen meist sektorüber-greifend tätig, damit gleichzeitig objektiv und haben national wie international viele Erfahrungswerte. Aus dieser Erfahrung heraus hält der Bitkom die bisherigen Anstren-gungen und Verfahren zur Herstellung der Interoperabilität, auch im Zusammenhang mit dem Interoperabilitätsverzeichnis, für nicht ausreichend und für nicht zielführend. Einzelne Sektoren und deren Vertreter mit der Definition einzelner Schnittstellen oder Standards zu beauftragen, hält der Bitkom für nicht zielführend. Dies birgt das Risiko neuer Brüche zwischen den Sektoren.

Vielmehr hält es der Bitkom für notwendig, in einem fachlich kompetenten, hoheitlichen Verfahren, unter Beteiligung der Industrie sowie aller maßgeblichen Stakeholder im Gesundheitswesen, in einem zielorientierten und zeitlich definierten Rahmen zu einer für alle Beteiligten sinnvollen und umsetzbaren Lösung für bundeseinheitliche Standards zu kommen. Dies kann nur gelingen, wenn

1. zur Basis der Gespräche bereits bestehende offene, möglichst internationaler Stan-dards und Profile (z.B. HL7, FHIR, DICOM und IHE) gemacht werden,

2. die auszuwählenden internationalen Standards auf fehlende Elemente und den be-sonderen Bedürfnissen des deutschen Gesundheitswesens (insbesondere Fragen zu Datenschutz und Datensicherheit) hin geprüft und dann rasch ergänzt und national ausgeprägt werden,

3. sich der Prozess ausschließlich an medizinischen und technischen Notwendigkeiten orientiert.

Damit kann nicht nur die sektorübergreifende Interoperabilität gewährleistet werden, sondern gleichzeitig eine wesentliche Voraussetzung für die Einführung elektronischer Patientenakten geschaffen werden. Diese stellen den Kern der patientenorientierten Vernetzung im Gesundheitswesen dar. Gleichzeitig können die Ergebnisse als Grundlage späterer Zertifizierungen für Anwendungen u.a. innerhalb der Telematikinfrastruktur dienen. Proprietäre Festlegungen sind, weder auf Seiten der Industrie, noch auf Seiten einzelner Sektoren, zielführend.

Deutschland hinkt schon heute hinter den europäischen und internationalen Entwicklungen hinterher. Ein weiterer nationaler Alleingang würde Deutschland weiter hinter internationale Entwicklungen zurückwerfen.

Der Bitkom wirbt daher bei allen Beteiligten um Unterstützung für diesen Weg, der allein eine zügige und nachhaltige Einigung aller Beteiligten gewährleistet.

Ihr Ansprechpartner

  • Julia Hagen
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