Wie Health Startups helfen, die Gesundheitsversorgung zukunftsfest zu machen
Deutschland wird älter. Gleichzeitig stehen dem Gesundheitswesen und der Pflege künftig weniger Erwerbstätige und Fachkräfte zur Verfügung. Bereits 2035 wird jede vierte Person in Deutschland mindestens 67 Jahre alt sein. Die Zahl der Menschen über 80 Jahren könnte von ca. 6 Millionen im Jahr 2024 auf fast 10 Millionen im Jahr 2050 steigen.
Besonders deutlich zeigt sich die Herausforderung in der Pflege. Ende 2024 waren bereits rund 5,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Allein durch die Alterung der Bevölkerung könnte ihre Zahl bis 2055 auf fast 7 Millionen steigen. Diese Entwicklung stellt unser Gesundheitssystem und die sozialen Sicherungssysteme vor eine doppelte Herausforderung: Der Versorgungsbedarf nimmt zu, während Personal und finanzielle Mittel knapper werden.
Innovation entlastet Menschen und Budgets
Im Jahr 2024 beliefen sich die Gesundheitsausgaben in Deutschland auf 538,2 Milliarden Euro. Dies entsprach 12,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Allein die Ausgaben für pflegerische Leistungen lagen bei ca. 135 Milliarden Euro und stiegen innerhalb eines Jahres um fast 12 Prozent.
Deutschland hat genau deswegen den Weg der Digitalisierung des Gesundheitssystems eingeschlagen: Telemedizin, die Abrechnung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA), Online-Terminbuchungen, elektronische Patientenakte (ePA) und E-Rezept sind nur einige Beispiele für den digitalen Wandel im deutschen Gesundheitswesen. Dennoch sind hierzulande bei Weitem noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft, so z. B. die Potenziale von Health Startups.
Health Startups ersetzen keine Ärztinnen, Ärzte oder Pflegekräfte. Sie entwickeln aber digitale und technologische Lösungen, die Prävention verbessern, Beschäftigte entlasten, Behandlungen effizienter organisieren und eine stärkere Versorgung im häuslichen Umfeld ermöglichen. Sie können also dafür sorgen, dass deren begrenzte Zeit dort eingesetzt wird, wo menschliche Expertise, Zuwendung und medizinische Entscheidungen tatsächlich erforderlich sind.
Digitale Assistenten, Spracherkennung und automatisierte Dokumentation reduzieren den Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten.
Koordination und Patientensteuerung
Digitale Terminvergabe, intelligente Einsatzplanung und eine bessere Steuerung von Patientenströmen vermeiden Doppelarbeit und unnötige Wartezeiten.
Versorgung im häuslichen Umfeld
Telemedizin, Fernüberwachung und vernetzte Sensorik ermöglichen es, chronisch Erkrankte und pflegebedürftige Menschen länger und sicherer zu Hause zu versorgen.
Unterstützung medizinischer Entscheidungen
Datenbasierte Anwendungen können bei Diagnostik, Früherkennung und Therapieplanung unterstützen und medizinisches Personal entlasten.
Laut einer McKinsey Studie liegt das jährliche Nutzenpotenzial von digitalen Gesundheitstechnologien bei rund 42 Milliarden Euro.
Gute Ideen müssen schneller in die Versorgung. Das Potenzial von Health Startups entsteht erst dann, wenn ihre Lösungen in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und bei den Menschen tatsächlich ankommen.
Deutschland hat mit den digitalen Gesundheitsanwendungen einen international beachteten Zugang zur Regelversorgung geschaffen. Gleichzeitig werden Innovationen weiterhin durch langwierige Zulassungsprozesse, komplexe Vergütungswege, unzureichenden Datenzugang, schwierige Beschaffungsprozesse und fehlendes Wachstumskapital gebremst.
Unsere Forderungen
Marktzugang beschleunigen
Zulassungsprozesse müssen planbarer, digitaler und besser auf die Anforderungen junger Unternehmen zugeschnitten werden.
Vergütung innovationsfreundlich gestalten
Erprobte Lösungen müssen schneller und verlässlich in die Regelversorgung gelangen können.
Gesundheitsdaten nutzbar machen
Startups brauchen einen rechtssicheren Zugang zu hochwertigen Behandlungsdaten, Forschungsdaten und Registerdaten.
Beschaffung für Startups öffnen
Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen müssen innovative Lösungen einfacher erproben und einkaufen können.
Wachstumsfinanzierung mobilisieren
Forschungsintensive Health Startups benötigen langfristiges Kapital, da Entwicklung, klinische Evidenz und Zulassung häufig mehrere Jahre dauern.