Berlin, 06. Oktober 2026 - Der neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Prof. Dr. Moritz Hennemann, will heute in der Bundespressekonferenz die Schwerpunkte seiner Amtszeit vorstellen. Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung:
„Moritz Hennemann übernimmt sein Amt in einer entscheidenden Phase, die Erwartungen der Wirtschaft an den neuen BfDI sind entsprechend hoch. 90 Prozent der Unternehmen halten eine Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig, 93 Prozent eine Reform der Datenschutzaufsicht — nur 4 Prozent wollen sie so lassen, wie sie ist. Die Unternehmen brauchen eine zeitgemäße und innovationsfreundliche Auslegung des Datenschutzes. In Brüssel wird über die Reform der Datenschutz-Grundverordnung verhandelt, in Deutschland über die Neuordnung der Aufsicht. Was dabei herauskommt, prägt die Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft auf Jahre. Deutschland sollte in diesen Verhandlungen mit einer klaren und abgestimmten Stimme auftreten – dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.
Neue Technologien wie KI sollten nicht pauschal ausgebremst, sondern mit klaren Leitplanken ermöglicht werden. Es geht darum, die Risiken der Datennutzung zu minimieren und ihren Nutzen zu maximieren. Dazu braucht es eine Aufsicht, die Unternehmen bei neuen Geschäftsmodellen aktiv berät, risikobasiert und verhältnismäßig entscheidet und den Datenschutz mit anderen Grundrechten wie der unternehmerischen Freiheit abwägt. Gerade Mittelstand und Startups brauchen praxisnahe Orientierungshilfen und schnelle, rechtssichere Antworten.“
Alle Ergebnisse der Unternehmensbefragung zum Datenschutz finden sich auch im Bitkom-Dataverse unter: www.bitkom.org/Bitkom-Dataverse/DatenschutzUnternehmen
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 605 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand von KW 28 bis KW 33 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.