Berlin, 06. Oktober 2026 - Stammt die Geschichte aus der Feder eines Menschen – oder war KI am Werk? Aktuell sorgt diese Frage auch bei einem renommierten französischen Buchpreis für Diskussionen. In Deutschland zeigt sich: Je stärker KI selbst zur Autorin wird, desto größer sind die Vorbehalte. Während 79 Prozent den Einsatz von KI bei der Übersetzung von Büchern befürworten, nimmt die Offenheit beim eigentlichen Schreiben deutlich ab. Nur rund ein Drittel (34 Prozent) findet es unproblematisch, wenn sich Autorinnen und Autoren beim Schreiben von KI unterstützen lassen. Ein komplett von KI geschriebenes Buch würden sogar nur 29 Prozent lesen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren anlässlich der morgen beginnenden Frankfurter Buchmesse im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Die Zurückhaltung gegenüber KI in der Rolle der Autorin geht mit Sorgen um die Zukunft menschlicher Autorinnen und Autoren einher: 65 Prozent befürchten, KI könnte diese ersetzen. Zugleich glauben 58 Prozent, sie würden selbst gar nicht erkennen, wenn ein Buch mithilfe von KI geschrieben wurde. Umso wichtiger ist vielen Transparenz: 72 Prozent sind der Meinung, dass der Einsatz von KI in Büchern gekennzeichnet werden sollte. „Für die Buchbranche eröffnet KI weit mehr Möglichkeiten als nur beim Schreiben selbst – etwa auch bei Recherche, Lektorat oder Vermarktung. Sie wird von Leserinnen und Lesern bisher aber vor allem als zusätzliches Werkzeug akzeptiert, nicht jedoch als Ersatz für menschliche Kreativität. Umso wichtiger ist vielen die Transparenz, wenn KI im Inhalt mitwirkt“, sagt Bitkom-Experte für Consumer Technology Dr. Sebastian Klöß.
Vor allem beim Alter zeigen sich Unterschiede – je jünger, desto offener sind die Deutschen für den KI-Einsatz in der Literatur. Unter den 16- bis 29-Jährigen würden 36 Prozent ein vollständig von KI geschriebenes Buch lesen, unter den Menschen ab 65 Jahren sind es nur 23 Prozent. Auch Unterstützung durch KI beim Schreiben wird von den Jüngeren häufiger akzeptiert: 40 Prozent der 16- bis 29-Jährigen finden dies unproblematisch, bei den Ältesten sind es nur 29 Prozent. Umgekehrt wächst mit dem Alter der Wunsch nach Transparenz: Eine Kennzeichnung des KI-Einsatzes wünschen sich 77 Prozent der Menschen ab 65 Jahren, aber nur 68 Prozent der 16- bis 29-Jährigen.
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dazu wurden 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 28 bis KW 32 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie bzw. Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“