Berlin, 19. Januar 2026 - Erfolgreiche Gründerinnen und Gründer blicken skeptischer auf die USA, zugleich gewinnt Deutschland als Tech-Standort an Attraktivität. Nur 7 Prozent würden sich aktuell für die USA entscheiden, wenn sie noch einmal gründen würden, vor einem Jahr waren es noch dreimal so viele (24 Prozent). Eine Mehrheit von 57 Prozent würde dagegen wieder in Deutschland gründen, nach 47 Prozent im Vorjahr. Rund ein Fünftel (21 Prozent) würde in einem anderen EU-Land gründen (2025: 12 Prozent), 7 Prozent anderswo auf der Welt (2025: 12 Prozent) und ebenfalls 7 Prozent würden gar nicht mehr gründen. Zugleich erwartet die Hälfte (50 Prozent), dass Deutschland in zwölf Monaten für Tech-Unternehmen noch attraktiver wird. Im vergangenen Jahr war nicht einmal ein Drittel (29 Prozent) so positiv gestimmt. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Startup-Initiative Get Started des Bitkom, bei der 14 Gründerinnen und Gründer von deutschen Unicorns, die noch im Management aktiv sind, ihre Einschätzung abgegeben haben. Aktuell sind in 25 der 29 Unicorns in Deutschland noch Gründer oder Gründerinnen im Management aktiv. Bei Unicorns handelt es sich um nicht-börsennotierte Startups, die mit einer Milliarde Euro oder mehr bewertet werden. „Deutschland ist auf dem richtigen Weg, jungen Tech-Unternehmen bessere Bedingungen für Wachstum und Erfolg zu geben. Mehr innovative, wachstumsstarke Startups sind ein wichtiger Beitrag für digitale Souveränität“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Die wichtigste Forderung der erfolgreichen Gründerinnen und Gründer an die Politik ist ein deutlicher Bürokratieabbau (79 Prozent). Rund zwei Drittel (64 Prozent) plädieren für einen erleichterten Marktzugang, etwa durch die Harmonisierung des EU-Binnenmarkts. 43 Prozent sehen Bedarf für besseren Zugang zu Wachstumskapital in Deutschland, 36 Prozent für eine vereinfachte Fachkräftegewinnung aus dem Ausland, etwa durch schnellere Visaverfahren. Und 29 Prozent wünschen sich Möglichkeiten zur schnelleren Erprobung von Innovationen, zum Beispiel durch Reallabore. Wintergerst: „Die Bundesregierung hat den Bürokratieabbau ins Zentrum ihrer Politik gerückt. Davon würden Startups und Scaleups in Deutschland unmittelbar profitieren“, so Wintergerst.
Mit Blick auf die deutschen Unicorns sind die Gründerinnen und Gründer optimistisch. 8 von 10 (79 Prozent) erwarten in diesem Jahr mindestens einen Börsengang eines Milliarden-Startups. Allerdings glauben nur 29 Prozent, dass dieser an einer deutschen Börse stattfinden wird, 50 Prozent rechnen mit den USA und 7 Prozent mit einem anderen EU-Land.
Und an einer weiteren Stelle hat sich die Situation für Startups in Deutschland verbessert. 57 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass sie als Gründerin oder Gründer hierzulande grundsätzlich Wertschätzung erfahren, vor einem Jahr waren es nur 41 Prozent. 36 Prozent geben umgekehrt an, dass sie keine Wertschätzung erfahren (2025: 35 Prozent).
Die vollständigen Ergebnisse der Befragung stehen online bereit unter: www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Unicorn-Report-2026
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Get Started, die Startup-Initiative des Bitkom, durchgeführt hat. Dabei wurden 14 noch im Management aktive Gründerinnen und Gründer der aktuell 25 Unicorns in Deutschland, auf die das zutrifft, online befragt. Insgesamt gibt es 29 Unicorns in Deutschland. Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 52/2025 bis KW2/2026 statt. Die Fragestellungen lauteten: „Mit Blick auf 2026 – glaubst Du, dass Deutschland in zwölf Monaten ein attraktiverer Standort für innovative Tech-Unternehmen ist als heute?“, „Welche Top 3 politischen Maßnahmen sollen Deiner Meinung nach ergriffen werden, um Deutschland als Standort für Unicorns und Scaleups attraktiver zu gestalten?“, „Hast Du das Gefühl, dass Deine Arbeit als Gründerin/Gründer in Deutschland grundsätzlich Wertschätzung erfährt?“, „Wenn Du noch einmal vor der Entscheidung stehst, würdest Du aktuell erneut gründen?“ und „Rechnest Du in den nächsten 12 Monaten mit Börsengängen deutscher Unicorns?“