12.04.2015 Wirtschaftsschutz – vier Tipps für sicherere Daten

Akten und Unterlagen richtig entsorgen

Gerade jetzt zur Frühjahrszeit steht bei dem einen oder anderen vielleicht das Ausmisten des eigenen Büros auf der Agenda. Wenn alle Schränke und Fächer ausgeräumt sind und das Wichtige vom Unwichtigen getrennt wurde, bleibt meist die Frage: Wohin mit den ganzen Unterlagen?

Anstatt alles in eine große Tüte zu stecken und dann in der blauen Tonne zu entsorgen, sollten gerade Unterlagen aus dem Büroumfeld mittels Aktenvernichter zerkleinert und erst danach entsprechend entsorgt werden.

Gesammelte und unbeschädigt weggeworfene Dokumente sind für Kriminelle, aber auch die Konkurrenz ein willkommener Fundus zur Informationsgewinnung.

Kommunikation im öffentlichen Raum

Noch über zwei Stunden Zeit bis zum Abflug des Fliegers oder zur Abfahrt des Zuges. Da wird die Zeit genutzt, um bei einem Kaffee noch die eine oder andere Email zu schreiben oder ein wichtiges Telefonat zu führen. Dabei wird oftmals vergessen, dass man sich im öffentlichen Raum bewegt und potentiell Interessierte nicht viel mehr machen müssen als Augen und Ohren offen zu halten.

Deshalb sollten Telefonate, die sich auf keinen Fall verschieben lassen, in ruhigeren Abschnitten des Bahnhofs oder Flughafens geführt werden und zwar mit gedämpfter Lautstärke. Dazu sollte auch der Laptop oder das Tablet mit einer sogenannten Sichtschutzfolie ausgestattet werden. Diese verhindert ein seitliches Einsehen auf das Gerät und die darauf dargestellten Inhalte.

Social Engineering – eine verbreitete Gefahr

Viele der Vorfälle im Bereich Wirtschaftsschutz werden von den eigenen Mitarbeitern verursacht, oftmals aber nicht aus krimineller Energie heraus, sondern durch Unvorsichtigkeit und Unbedarftheit.

Ein beliebtes Mittel, um in abgeschlossene Netzwerke zu gelangen, ist der liegengelassene USB-Stick, welcher angeblich Bilder der letzten Firmenfeier enthalten soll. Stattdessen befindet sich ein Schadprogramm darauf.

Ein anderes Beispiel ist eine empfangene E-Mail, verbunden mit einem Anruf von einer externen Rufnummer, welcher sich als ein Vorgesetzter ausgibt und hektisch die Bearbeitung der soeben gesendeten E-Mail verlangt. Auch hier liegt ein Schadprogramm dahinter.

In beiden Fällen heißt es, lieber einmal mehr nachgedacht oder nachgefragt. Hektik und Neugier sind hier zwei schlechte Berater, die womöglich zu einem erheblichen Schaden für die Firma führen können.

Der Mitarbeiter als wirkungsvollste „Firewall“

Jeder Mitarbeiter im Unternehmen kann wesentlich zur Sicherheit des Unternehmens beitragen. Dazu gehört die konsequente Umsetzung der Sicherheitsvorgaben, aber auch eine gewisse Aufmerksamkeit und Sensibilität für verdächtige Situationen. Warum steht neuerdings jeden Tag ein Kleinbus an der Straße und in der Nähe der WLAN-Antenne? Ist das ein neuer Paketbote oder eine fremde Person? Ist das Türschloss defekt? Klemmt die Schließanlage der Tür? Ist der Handwerker auch angekündigt?

Aber nicht nur im analogen Leben gibt es Betrugsversuche, die schnell zu einer Gefahr für die Unternehmenssicherheit werden können. Eine Monatsrechnung für eine Kreditkarte, obwohl Sie keine haben? Eine Buchungsbestätigung eines Reiseanbieters, obwohl Sie gar nicht gebucht haben? Keine Anrede in der E-Mail? Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter immer wieder zu einem kritischen Umgang mit scheinbar banalen Situationen und Informationen ermutigen. Dann liegt es an dem Anwender, hier auch wachsam zu reflektieren und mögliche Gefahren zu erkennen. Jetzt braucht es nur noch den Mut, die Geschehnisse zu melden, zu prüfen und Maßnahmen daraus abzuleiten.

Der Mitarbeiter ist die wirkungsvollste „Firewall“ eines Unternehmens und kann auch nicht durch technische Geräte ersetzt – wohl aber sinnvoll ergänzt – werden. Das ist gelebter Wirtschaftsschutz.

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Marc Bachmann

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