05.05.2015 Warum das neue ElektroG womöglich Reparaturen von ITK-Geräten gefährdet

Dem Export von Elektroschott in Drittstaaten außerhalb Europas muss ein Riegel vorgeschoben werden. Ein gutes Ansinnen! Darin ist man sich auch einig in Brüssel und Berlin – nicht nur in der Politik, auch in den Herstellerkreisen. Und so sieht die europäische Elektroschrott-Richtlinie (WEEE-Richtlinie) von 2012 vor, dass nur voll funktionsfähige Gebrauchtgeräte exportiert werden dürfen. Die Grundregel gilt: Alle Geräte, die nicht mehr voll funktionsfähig sind, müssen als Abfall deklariert werden. Auch im Rahmen der Baseler Konvention wird ähnlich diskutiert.

Aber es ist eben nicht gleich alles Abfall, was nicht mehr funktionsfähig ist. Und so gefährdet diese Richtlinie, die gerade in Deutschland mit dem neuen Elektrogesetz (ElektroG) in nationales Recht umgesetzt wird, auch die Reparaturprozesse von ITK-Geräten. In der ITK-Branche gibt es zentrale Reparaturzentren in Europa, aber auch außerhalb von Europa. Kaputte Geräte kommen in diese Zentren, dort wird überprüft und repariert und im besten Fall wird ein gebrauchsfähiges Gerät zurückgeschickt. Dasselbe gilt für die Wiederaufbereitung von gebrauchten Geräten, die erlaubt, dass Geräte im Anschluss an das Remanufacturing als neuwertige Produkte wieder auf den Markt kommen. Nur das gesammelte Wissen und die ausgefeilte Technik in diesen speziellen Reparatur- und Remanufacturing-Zentren lassen es zu, dass generalüberholte oder reparierte Geräte zu einem Preis angeboten werden können, die mit Neugeräten konkurrieren können. Der Prozess ist mittlerweile weltumspannend, genauso wie die Industrie global agierend ist.

Wenn man alle kaputten Geräte als Abfall nun als deklariert, so müssen sie gemäß dem Abfallrecht auch entsprechend behandelt, gelagert und gemeldet werden. Die Reparaturbetriebe müssten dann auch abfallrechtlich überwacht werden. Und das wird sich auf den Reparaturpreis niederschlagen. Die Entscheidung für eine Reparatur läuft aber – ob wir es wollen oder nicht – nach dem Preis; wird die Reparatur dadurch exorbitant teuer, ist ein Neukauf und eine Verschrottung des alten Gerätes ökonomisch günstiger.

Reparaturfähigkeit und die Langlebigkeit von Produkten sind wichtige umweltpolitische Ziele, und so muss der Gesetzgeber die gut gemeinten Regelungen der Praxis unbedingt anpassen. Nur dann kann Abfall auch wirklich vermieden werden. In der gemeinsamen Stellungnahme von Bitkom und ZVEI lesen Sie dazu mehr.

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Julia Hagen

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