26.05.2014 Smart Home und das Internet der Dinge

Der Megatrend „Vernetzung“ verändert aktuell mehrere Märkte nachhaltig. Ob Consumer Electronics, ITK oder ganze Produktionsabläufe wie das Beispiel Industrie 4.0 zeigt: Vernetzt wird alles. Und zwar im doppelten Wortsinn: Alles ist vernetzt und ohne Vernetzung ist alles nichts. Das Thema Heimvernetzung stand folglich auch im Mittelpunkt des Connected Home Thementages Ende letzter Woche auf der ANGA COM in Köln.

Immer mehr Geräte werden untereinander und mit dem Internet verbunden, um Inhalte beziehen und austauschen zu können. Im Jahr 2020 sollen weltweit nahezu 50 Milliarden vernetzte Geräte im Einsatz sein . Davon sind die eigenen vier Wände nicht ausgenommen. Von smarten Anwendungen spricht man vor allem dann, wenn durch vernetzte Geräte so viele Steuerungsprozesse wie möglich im Rahmen einer direkten Maschine-zu-Maschine-Kommunikation übernommen werden und nur wenige oder gar keine manuellen Eingriffe notwendig sind.

Diese technischen Verfahren sollen auch die Wohn- und Lebensqualität steigern, der Sicherheit erhöhen und effizientere Energienutzung auf Basis vernetzter und fernsteuerbarer Geräte und automatisierbarer Abläufe ermöglichen. Kurzum: Smart Home ist das „Internet der Dinge“ zu Hause.

Was sagen die Verbraucher?

Für viele sicherlich eine Traumvorstellung, doch die Mehrheit der Verbraucher zeigt sich kritisch: 54 Prozent äußern Bedenken, die Daten im Connected Home seien nicht sicher genug, sie befürchten Hackerangriffe oder die Ausspähung der eigenen Lebensweise zu Vermarktungszwecken. 39 Prozent der Verbraucher sind die (vermuteten) Kosten zu hoch. 28 Prozent halten die Technik für nicht ausgereift.

Um die Smart-Home-Entwicklung in Deutschland voranzutreiben, ist es unsere Aufgabe, die Verbraucher zu informieren und Standards zu schaffen. Auf diesem Weg kann und wird sich Deutschland zum Leitmarkt für Smart Home entwickeln. Zwei Meilensteine auf diesem Weg konnten in den vergangenen Wochen bereits erreicht werden:

  • Eine gemeinsame Erklärung der Verbände und Organisationen zur intelligenten Heimvernetzung
  • Eine gemeinsame Erklärung von Industrie, Handwerk und Wohnungswirtschaft zur zeitgemäßen informationstechnischen Infrastruktur im Neubau und bei Kernsanierung

Aus diesen gemeinsamen Erklärungen lässt sich gut ersehen, welche Punkte auf dem Weg zum Smart Home entscheidend sein werden:

  • Offene Smart-Home-Standard(s) und -Plattformen
  • All-IP basierte Schnittstellen, die die Entwicklung von Anwendungen durch Dritte fördern
  • Cloudbasierte Anwendungen mit beliebiger Skalierbarkeit
  • Integrationsfähigkeit aller Segmente des vernetzten Lebens (Entertainment, Energie, Gesundheit, Sicherheit), jedoch keine Insellösungen
  • Sehr gute Breitband-Abdeckung
  • Datensicherheit und Datenschutz

Wann kommt der Durchbruch in den Massenmarkt?

Mit diesen Rahmenbedingungen rechnet der Bitkom auf der Basis einer Prognose des Marktforschungsinstitut IHS Technology beispielweise damit, dass bereits in 5-6 Jahren etwa 10 Prozent aller deutschen Haushalte Smart-Home-Technologien einsetzen werden. Hieraus entstehen neue Wirtschaftspotenziale für ITK, Industrie, Handwerk und Wohnungswirtschaft zum Nutzen der Kunden rund um Themen wie beispielsweise Energie, Gesundheit, Sicherheit oder Entertainment.

Auch im europäischen Vergleich wird Deutschland gut dastehen. Auf Basis von Prognosen von IHS Technology rechnet der Bitkom damit, dass Deutschland bis 2018 zum größten Markt für Smart Home Services werden wird.

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Dr. Christian P. Illek

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