17.11.2015 Historische Chance auf den digitalen Wandel in der öffentlichen Verwaltung

Wir erleben aktuell eine digitale Transformation unserer Arbeits- und Lebenswelt: In vielen Bereichen profitieren wir bereits von digitalen Angeboten, die uns schier unendliche Möglichkeiten bieten, unseren Alltag komfortabler und effektiver zu gestalten. Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran und fordert ein Umdenken auf vielen Ebenen - vom internationalen Großkonzern bis hin zum Handwerksbetrieb! Auch den öffentlichen Sektor stellt die voranschreitende Digitalisierung vor eine große Herausforderung.

Mit Blick auf die Agenda des diesjährigen IT-Gipfels, der vom 18. bis 19. November in Berlin stattfindet, wird deutlich, dass Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft den Weg in die Zukunft gemeinsam gestalten müssen. Denn die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass eine erfolgreiche Digitalisierung der entscheidende Faktor für unternehmerischen Erfolg und volkswirtschaftlichen Wohlstand ist. Die Ergebnisse der IT-Gipfelplattformen bestätigen: Die deutsche Wirtschaft arbeitet mit Hochdruck an der digitalen Transformation und ist auf einem ausgezeichneten Weg. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass die digitale Transformation der deutschen Behörden der schnellen und dynamischen Entwicklung momentan nicht gerecht wird.

Digitale Verwaltung – jetzt oder nie

Am Beispiel der aktuellen Flüchtlingsproblematik wird deutlich, dass in Deutschland akuter Handlungsbedarf bei der Ausgestaltung digitaler und medienbruchfreier Verwaltungsstrukturen besteht. Staatssekretär Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, erklärt, dass hier in der Tat noch einiges zu tun sei, besonders mit Hinblick auf die Agilität. Es werde nur zu deutlich, dass neben den Schnittstellen zwischen den Behörden auf Bundes- und Landesebene vor allem auch einheitliche Verfahren und gemeinsame Standards fehlen. Deshalb, so betont er, werde bereits mit Hochdruck daran gearbeitet, die Umsetzung erheblich zu beschleunigen und damit eine Signalwirkung für andere Bereiche zu erzielen.

Der Wandel zu einer digital und global ausgerichteten Gesellschaft ist eine der zentralen politischen Gestaltungsaufgaben. Staat und Verwaltung stehen vor der großen Aufgabe, digitale und rechtssichere Lösungswege bereitzustellen. Ein optimierter Daten- und Informationsaustausch zwischen den Behörden führt zu einer nachhaltigen Entspannung des Verwaltungsstaus. Dies kann jedoch nur über die digitale Vernetzung von Kommunal-, Landes- und Bundeseben ermöglicht werden. Die Art und Weise, wie die öffentliche Hand der steigenden Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen sowie der zunehmenden Mobilität von Menschen begegnet, hat zudem einen entscheidenden Einfluss auf die Standortattraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

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Karl-Heinz Streibich

Vorstandsvorsitzender der Software AG

Zitat

„Die voranschreitende Digitalisierung stellt den öffentlichen Sektor vor eine große Herausforderung. Gleichzeitig hat die deutsche Verwaltung jetzt eine historische Chance, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. Durch die Digitalisierung haben Bund, Länder und Kommunen die Chance die Flüchtlingswelle erheblich besser zu managen.“

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG

E-Government muss einen echten Mehrwert für die Bürger darstellen

Für die deutschen Behörden bietet die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung eine historische Chance, die öffentliche Verwaltung umfassend zu digitalisieren. Im Mittelpunkt eines solchen Prozesses steht der „Staat 4.0“, der Strukturen im Sinne des Innovationsgedankens aus Bürger- und Unternehmenssicht schafft und dadurch moderne Dienstleistungen ermöglicht, um den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Im Staat 4.0 ist es für alle Bürger und Unternehmen möglich, den Behördengang künftig digital wahrzunehmen. Anträge können dabei von Zuhause bearbeitet werden – und falls notwendig, mit einer rechtssicheren, digitalen Unterschrift eingereicht werden. Eine Mehrfacherhebung von Daten würde durch einen verstärkten Datenaustausch ebenfalls entfallen. Das spart Zeit und vor allem Verwaltungskosten. Die digitalen Angebote der Verwaltung müssen dabei so gestaltet werden, dass sie leicht auffindbar, sicher und an jedem Ort verfügbar sind.

Staat 4.0 – Digital, Souverän, Innovativ!

Unsere Gesellschaft steht in vielerlei Hinsicht vor einem grundlegenden Wandel. Es geht hierbei vor allem darum, sich von bestehenden Denkmustern zu befreien und diesen Wandel als Chance zu verstehen. Die Digitalisierung macht deutlich, dass es in nahezu allen Bereichen große Effizienzgewinne gibt. Die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen digitalen Verwaltung ist entscheidend für die Zukunft des Standortes Deutschland. Politik und Wirtschaft stehen hier gemeinsam in der Verantwortung. Die deutsche Verwaltung kann durch den Staat 4.0 eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen und, gemeinsam mit Bürgern und Unternehmen, die großen gesellschaftlichen Entwicklungen mitgestalten.

  • Über den Autor: Karl-Heinz Streibich ist Vorstandsvorsitzender der Software AG. Gemeinsam mit Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, teilt er sich den Vorsitz der IT-Gipfel-Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“. Gemeinsam mit den Mitgliedern der IT-Gipfelplattform wurden zentrale Handlungsempfehlungen für die digitale Verwaltung erarbeitet. Ziel ist es dabei insbesondere, die Potenziale der Digitalisierung zu analysieren und Anreizsysteme zur Nutzung von digitalen Angeboten in der Verwaltung aufzuzeigen.

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