20.04.2015 Digital-Kompetenz auf allen Unternehmensebenen

Der gesellschaftliche Wandel, den die Digitalisierung schon vor Jahrzehnten angestoßen hat, lässt sich nicht aufhalten – und mit einer ebensolchen Macht verändert die Digitalisierung auch die Wirtschaft. Wer sich dieser Realität verschließt und die Geschäftsstrategie nicht an die neuen Bedingungen anpasst, der wird auf Dauer nicht wettbewerbsfähig bleiben. Angesichts solcher Erkenntnisse, vor denen längst nicht mehr nur die IT-Fachleute warnen, erstaunt das Ergebnis der „Digital Business Readiness“-Studie , die Crisp Research kürzlich in unserem Auftrag durchgeführt hat: Nicht einmal vier von zehn deutschen Unternehmen bezeichnen sich als Profiteure des digitalen Wandels, die Mehrheit sieht sich als Mitläufer (42 Prozent) oder sogar als Skeptiker (19 Prozent) desselben.

Aber woran liegt es, dass ein Großteil der Unternehmen noch keine Digitalstrategie implementiert hat, obwohl die Digitalisierung – davon bin ich überzeugt – branchenübergreifend bedeutenden Einfluss auf die Geschäftsstrategie hat? Obwohl in aller Munde, fehlt er in zu vielen Unternehmen noch: der visionäre CIO, der CEO mit Digital-Kompetenzen, der Digital Leader, kurz ein Chief Digital Officer (CDO). Er soll dafür sorgen, dass die starke Abhängigkeit zwischen Geschäftserfolg und dem Einsatz von IT-Architekturen der nächsten Generation im Unternehmen in die richtigen Bahnen gelenkt wird.

Den CIO einfach zum CDO zu machen, der per definitionem den so wichtigen Überblick über die digitalen Erfordernisse im Unternehmensumfeld hat, kann nicht die Lösung sein. 55 Prozent der deutschen Unternehmen wollen „die IT“ als Vordenker, Innovator und Ideengeber, nur 35 Prozent sehen sie noch in der Rolle des reinen Umsetzers. Doch dafür benötigt der Digital-Verantwortliche mehr Zeit, die er in die Anpassung der Geschäftsstrategie oder den Austausch mit der Unternehmensführung und den Kunden investieren kann. Nur so wird er aktives Bindeglied zwischen Digitaler Transformation und strategischem Management.

Er kann dabei – auch das muss klar sein – nicht Einzelkämpfer bleiben. Die Anforderungen an die Mitarbeiter aller Bereiche wandeln sich. Natürlich, die IT-Abteilung ist für die Bereitstellung passender Technologien und Infrastrukturen maßgeblich verantwortlich, aber auch die Kollegen aus anderen Abteilungen müssen ihre Prozesse überdenken und mit den Experten die optimalen Lösungen anstreben. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass der CDO weiß, was die Mitarbeiter wollen, um das mit den technischen Möglichkeiten und vor allem auch mit den Wünschen der Kunden in Einklang bringen zu können.

Wir sehen diese Entwicklung auch ganz deutlich bei uns im Haus: Der Schulungsbedarf der Mitarbeiter ist hoch. Die Digitale Transformation stößt einen Wandel der Dokumentations-, Arbeits- und damit letztlich der Unternehmenskultur an. Auch wir müssen uns auf die Digitalisierung und Mobilisierung des Lernens einstellen und virtuelle Schulungspläne und Tools zur Kapazitätsplanung bereitstellen. Der Mitarbeiter eines digitalen und gleichzeitig sozial verantwortlichen Unternehmens will nach seinen Fähigkeiten gefordert und gefördert werden – und was in der IT-Branche zunehmend zur Regel wird, erwartet in Zukunft auch die Unternehmen anderer Branchen.

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Sven Heinsen

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