25.08.2014 Die Gebrauchtwarenhändler – gelebte Kreislaufwirtschaft

Noch ist der Handel mit IT-Altgeräten ein Nischenmarkt, die Tendenz aber steigt. Häufig bieten Nutzer gebrauchte Unterhaltungselektronik, Handys oder Tablets im Internet an. Es gibt auch professionelle Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, gebrauchte ITK weit unter Neupreis – teilweise sogar generalüberholt­ zu verkaufen.

Die Hersteller selbst decken dieses „Resell“-Geschäft im Consumer-Segment aber selten selbst ab. Meist wird es über Händler oder Dritte abgewickelt. Anders sieht es im B2B-Markt aus: Hier kommen zum Beispiel große Stückzahlen aus Leasingverträgen zurück an die Hersteller (z.B. Server, Storage, Drucker oder PCs/ Laptops). Teilweise wandern auch Vorführ- und Leihgeräte zurück oder es werden alte Lagerbestände reduziert. Diese Geräte gehen dann in spezielle Refurbishing-Zentren an verschiedenen Standorten in Europa. Dort werden sie wiederaufbereitet und teilweise komplett getestet und zertifiziert. Zum Schluss bieten sie die Hersteller den Geschäftskunden wieder als wiederaufbereitete und quasi neue Produkte zu einem vergünstigten Preis an. Gelabelt als „reused“, „remanufactured“, „refurbished“ oder ähnlich.

Bislang existierten für diese Bezeichnungen aber keine einheitlichen EU-Standards. Seit etwa fünf Jahren gibt es im Bitkom den europaweiten Arbeitskreis „Product Reuse European Working Group“, der sich mit der Standardisierung in diesem Feld auseinandersetzt. Er brachte sich z.B. bei der Ausarbeitung des Britischen Standards BSI8887 ein, der Kategorien wie Reused, Refurbished, Remanufactured definiert. Man unterscheidet dabei durchaus, ob ein Produkt komplett getestet wurde, Teile ausgetauscht sind, oder das Gerät „nur“ einer kurzen Überprüfung standhielt. Zertifizierte Standards sollen so auch im „Second Life“- Markt Vergleichbarkeit sicherstellen. Die nächste Aufgabe ist nun, dies auch europaweit und international zu etablieren. Die Mitglieder des Arbeitskreises berufen sich in ihren Tätigkeiten schon heute alle auf diesen Standard und seine Definitionen.

Die Vorteile für Kunden und Umwelt liegen auf der Hand: Mit einem begrenzten IT-Budget können sie Geräte zu attraktiven Preisen kaufen, die dieselbe Verlässlichkeit und Leistung bieten wie entsprechende neue Produkte. Zudem unterliegen die Produkte einer Garantie. Durch die Wiederaufbereitung und Wiederbereitstellung stellen die Hersteller einen geschlossenen Produktkreislauf sicher, der die Umweltbelastung reduziert und erheblich weniger Ressourcen verbraucht.

Der Austausch unter den Herstellern ist mit der europäischen Arbeitsgruppe sichergestellt. Sie arbeitet weiter an neuen Standards und Möglichkeiten, dieses Geschäftsfeld auszuweiten.

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Julia Hagen

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