13.11.2015 Die Digitalisierung fordert uns alle

Die Digitalisierung stellt die Wirtschaft, aber auch die gesamte Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Sie eröffnet jedoch zugleich große Chancen. Es ist Aufgabe der Politik, diesen Prozess zu begleiten und so zu gestalten, dass möglichst alle davon profitieren – Unternehmer wie Arbeitnehmer, Staat wie Bürger.

Für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion besitzt das Thema höchste Priorität. Wir haben uns bereits in vielen Veranstaltungen mit ihm beschäftigt, zuletzt auf einem Fraktionskongress „Wirtschaft 4.0 – Chancen für Deutschland“ Anfang November mit der Bundeskanzlerin. Es wird nicht die letzte Veranstaltungsreihe dieser Art sein, denn nur wenn Deutschland auf diesem Gebiet führend bleibt, wird das Land eine gute Zukunft haben. Trotz anderer großer Herausforderungen, mit denen wir uns gegenwärtig hauptsächlich beschäftigen, dürfen wir das nie vergessen.

Digitalisierung als Chance begreifen

Die gesamte industrielle Fertigung steht vor einem gigantischen Entwicklungssprung. Es geht um nicht weniger als die Neuerfindung der Basis unseres Wohlstands. Das wissen auch wir in der Politik. Ein Zurück gibt es nicht. Wer nicht mitmacht bleibt auf der Strecke. Glücklicherweise braucht sich Deutschland vor dieser Entwicklung nicht zu fürchten. Im Gegenteil: Der deutsche Maschinen- und Anlagebau setzt alles daran, seinen Ruf als „Fabrikausrüster der Welt“ im digitalen Zeitalter zu erhalten. Gleiches gilt für die Elektrotechnik und den Fahrzeugbau, auch wenn gerade im letzten Bereich neue Konkurrenz sichtbar ist. Häufig sind es dabei gerade die Mittelständler, die sich mit ihren Speziallösungen einen Wettbewerbsvorsprung herausgearbeitet haben.

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Volker Kauder

Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Zitat

„Vor kurzem forderte mich ein Mittelständler mit der Frage heraus, wie ich ihm Sicherheit für seine Daten garantieren wolle, wenn ich noch nicht einmal dafür sorgen könne, dass mein Handy nicht abgehört werde. Solchen Ängsten müssen wir begegnen.“

Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Berechtigte Sorgen ernst nehmen

Gerade im Mittelstand blicken viele aber auch mit Sorgen auf die Entwicklung. Viele Unternehmer – unter anderem in meinem Wahlkreis - fragen sich, ob sie bei zunehmender Vernetzung ihre Produktionsprozesse überhaupt noch autonom steuern können. Sie wollen zu Recht wissen, wem beispielsweise die zu transportierenden Datenmengen gehören und wer sie nutzen darf. Das Thema Datensicherheit spielt ebenfalls eine große Rolle. Vor kurzem forderte mich ein Mittelständler mit der Frage heraus, wie ich ihm Sicherheit für seine Daten garantieren wolle, wenn ich noch nicht einmal dafür sorgen könne, dass mein Handy nicht abgehört werde. Solchen Ängsten müssen wir begegnen. Das ist die gemeinsame Aufgabe von Verbänden wie dem Bitkom, aber auch der Politik. Wir brauchen mutige Unternehmer.

Dabei gebe ich zu, dass mich so manches, was mir die Digitalisierung als Verbraucher verspricht, auch mit einer gewissen Skepsis erfüllt. Warum es sinnvoll sein soll, dass mein Rasierapparat mit meinem Kühlschrank kommuniziert, ist mir bisher verborgen geblieben. Aber vielleicht wird mir dies eines Tages jemand fachkundig erläutern können. Ich bin gespannt.

Wo ist die Politik gefordert?

Uns ist bewusst, dass die Politik noch einige Hausarbeiten zu erledigen hat.

Zwei Punkte will ich hervorheben:

  • Wir brauchen in ganz Deutschland qualitativ hochwertige, flächendeckende und ausfallsichere Kommunikationsnetze. Ohne diese Datenautobahnen geht es nicht.
  • Die IT-Sicherheit muss verbessert werden. Alle Beteiligten werden z. B. nur dann bereit sein, ihre sensiblen Daten in eine virtuelle Datenwolke („Cloud“) zu stellen, wenn sie vor Angriffen von außen geschützt sind.

Klar ist aber ebenso: Der Staat kann der Wirtschaft die Anpassung an innovative Entwicklungen nicht abnehmen. Das gilt zum auch für die Finanzierung von Start-ups. Nach dem Motto „Wenn Banken oder Politik kein Geld geben, passiert nichts“ wird der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht vorankommen. Jeder muss seinen Beitrag leisten. Wo immer wir diesen Grundsatz beherzigen, funktioniert viel in unserem Land. Noch hat Deutschland in wichtigen Bereichen technologisch die Nase vorn. Diesen Vorsprung gilt es zu nutzen und auszubauen. Dann sind wir für die Zukunft gut gerüstet.

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