18.11.2015 Datenschutzerklärung leicht gemacht

Laut einer aktuellen Umfrage des Bitkom stimmen vier von fünf Internetnutzern den Datenschutzerklärungen von Online-Diensten zu, ohne sie wirklich verstanden zu haben. Damit Internetnutzer sich in Zukunft auf einfachere Weise informieren können, hat der SRIW (Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.) gemeinsam mit dem BMJV und anderen Akteuren ein Muster für einfachere und verbraucherfreundlichere Datenschutzhinweise erarbeitet. Diese Mustervorlage wird im Rahmen des IT-Gipfels erstmals vorgestellt.

Dazu vier Fragen an: Patrick von Braunmühl, Geschäftsführer SRIW.

1. Was macht Ihre Datenschutzhinweise einfacher verständlich als die bisherigen Modelle?

Datenschutzerklärungen sind oft über 10 Seiten lang und für Nutzer kaum verständlich. Wir haben uns bemüht, die für Nutzer relevantesten Informationen zu komprimieren und diese so verständlich darzustellen, dass Nutzer schnell einen Überblick gewinnen können.

2. Was ist die besondere Schwierigkeit bei einer vereinfachten Formulierung?

Die Herausforderung liegt u. a. darin, sich von juristischen Formulierungen zu lösen und auf eine Vollständigkeit der Informationen zu verzichten. Dafür muss man sich in die Perspektive des Nutzers versetzen und überlegen, wieviel Information er verdauen kann und diese allgemeinverständlich formulieren. Die formalen Datenschutzerklärungen sind deshalb so lang, weil Unternehmen sich rechtlich absichern müssen, um ihre gesetzlichen Informationspflichten zu erfüllen.

3. Was könnte mir persönlich schlimmstenfalls passieren, wenn ich Datenschutzerklärungen, ohne sie zu lesen, zustimme?

Persönliche Daten können sensibel sein und es ist daher sinnvoll, wenn ich weiß, welche Daten erhoben werden und wie sie genutzt werden. Nur so kann ich tatsächlich abschätzen, welche Folgen eine Nutzung des Dienstes für mich persönlich haben kann. Meine Unterschrift setze ich ja auch nicht blind unter Verträge, ohne sie gelesen zu haben und mir über die Rechtsfolgen im Klaren zu sein.

4. Muss ich mir für jeden Dienst die Datenschutzbestimmungen aufs Neue durchlesen oder steht eigentlich in allen das gleiche?

Nein, die Datennutzung ist je nach Dienst unterschiedlich. Aber wenn unser Muster umgesetzt wird, kann man sich schneller informieren und vergleichen, ohne die ausführlichen Bestimmungen zu lesen. Der SRIW plant außerdem, an einer maschinellen Auslesung von Datenschutzerklärungen zu arbeiten. Dadurch könnten Internetnutzer sich noch schneller und besser informieren.

  • Patrick von Braunmühl ist Geschäftsführer des Vereins Selbstregulierung Informationswirtschaft (SRIW). Der vom Bitkom und führenden Unternehmen der Branche gegründete Verein fördert Datenschutz und Verbraucherschutz im Netz durch Maßnahmen der Selbstregulierung und andere Instrumente.

Das Muster für einfachere und verbraucherfreundlichere Datenschutzhinweise kann hier abgerufen werden: Download

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