11.09.2015 "Autonomes Fahren und Hyperloop werden Mobilitätsverhalten radikal verändern"

Intelligente Mobilität: drei Fragen an die DB Vertriebs GmbH

Welche technische Erfindung hat die größte Veränderung in den vergangenen 100 Jahren gebracht?

Die letzten Jahrhunderte, aber vor allem das 20. und 21., haben viele bedeutende Erfindungen hervorgebracht. Aus diesem Grund wäre es sicher zu eindimensional, sich auf bestimmte Entwicklungen zu beschränken. Und trotzdem haben mich einige Erfindungen wie das Fernsehgerät, die Glasfaser oder die Satellitennavigation nachhaltig überzeugt:

So wurde mit der Erfindung des Fernsehens und dem Fernsehgerät als Empfänger das erste Massenmedium zu Unterhaltungszwecken geschaffen und zu den Menschen direkt nach Hause ins Wohnzimmer gebracht. Ab sofort konnte man an Erlebnissen und Ereignissen sämtlicher Art aus der Welt teilhaben und diese per Bewegtbild betrachten.

Die Entwicklung der Glasfaser ermöglichte die Übertragung großer Datenmengen und schuf die Grundlage für das Internet, wie es heute existiert. Ohne optische Kabel ginge heutzutage gar nichts mehr. Sie bilden das globale Versorgungssystem, was für Kommunikation und Informationsvermittlung in unserer heutigen Gesellschaft elementar ist.

Ein weiterer Meilenstein für mich persönlich ist die Satellitennavigation GPS. Einfach eine geniale Erfindung, die ursprünglich zwar für das Militär gedacht war, glücklicherweise aber direkt für die zivile Nutzung herangezogen wurde. Heutzutage ist das GPS Standardtechnik wie z. B. in der Luftfahrt, der Schifffahrt, der Logistik, aber auch vor allem in der privaten Mobilität. Und genau dort, bei den Menschen, vereinfacht GPS radikal die Mobilität:

Was waren das noch für Zeiten, als man mit Karte ungenau navigiert hat und stundenlang das Ziel nicht finden konnte und/oder nach dem Weg fragen musste? Für die heutige schnelllebige Gesellschaft kaum vorstellbar! Das GPS ist für uns heutzutage vor allem eine Technologie, die uns dabei hilft, einfach und schnell von A nach B zu kommen und viel Zeit zu sparen – und dank Handys kann man jederzeit und überall darüber verfügen.

Wie wird Ihr Unternehmen auf den sich verändernden Mobilitätsmarkt reagieren?

Das Thema Mobilität genießt bei uns schon sein einigen Jahren hohe Aufmerksamkeit. Hier sind uns Länder wie Großbritannien oder Dänemark schon ein Stück weit voraus, aber auch hierzulande hat vor allem das Thema Multimodalität in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Auf diese Entwicklung haben wir bereits vor einigen Jahren innerhalb des DB-Konzerns mit zahlreichen digitalen Projekten wie dem DB-Navigator reagiert. Aber natürlich auch spezifische und für die Deutsche Bahn (DB) relevante Mobilitätsbausteine wie Flinkster und Call a Bike wurden aufgebaut und stetig weiter entwickelt. Diese Fülle an Mobilitätsdienstleistern stellte und stellt den Kunden jedoch auch vor Herausforderungen. Er war gezwungen, sich mit allen Einzellösungen auseinanderzusetzen und diese zu bewerten. Und genau hier haben wir mit unserem Projekt Qixxit angesetzt.

Der Kunde findet bequem in einer Anwendung alle für ihn wichtigen Verbindungsinformationen vor, erhält diese vergleichend nebeneinander dargestellt und kann seine individuelle Lösung auswählen.

Unser Ansatz bei Qixxit baut natürlich auf dem Grundverständnis von Multimodalität auf. Wir gehen mit Qixxit und unserem intermodalen Fokus noch einen Schritt weiter und versuchen mit unserer Anwendung als Informations- und Buchungstool die Entwicklung mit zu prägen. Mobilität ist immer noch ein Mittel zum Zweck. Ans Ziel kommen muss einfach und intuitiv ohne große Schwierigkeiten möglich sein, sei es das Urlaubsziel oder nur zum Supermarkt um die Ecke. Der Reisende soll sich mit dem Wesentlichen auseinandersetzen und schnell und unkompliziert von A nach B kommen – so wie es seine Bedürfnisse erfordern. Und dabei kann Qixxit unterstützen.

Was für Produkte mit Mobilitätsbezug bietet Ihr Unternehmen in 20 Jahren an?

20 Jahre Vorausplanung ist für ein Start-up wie Qixxit definitiv nicht zeitgemäß und entspricht natürlich auch keinem agilen Projektmanagement, das wir innerhalb der DB leben. Wir entwickeln unser Produkt entsprechend den Kundenwünschen, daher wäre hier sicher die sinnvollere Frage, wohin entwickelt sich der Markt, welche Mobilitätsbedürfnisse werden in den nächsten Jahren aufgedeckt, die wir als Qixxit aber natürlich auch als DB bedienen müssen. Auf jeden Fall werden autonome Fahrzeuge fest im Straßenbild verankert sein, wenn auch noch nicht flächendeckend. Eine weitere Innovation, die wir dann aber natürlich auch in unsere Qixxit- Anwendung integrieren würden. Wer weiß, vielleicht ist in 20 Jahren ja auch schon der Anfang mit dem Hyperloop gemacht, der Reisen innerhalb kürzester Zeit ermöglicht und damit für den Menschen wieder den Reiseanlass in den Mittelpunkt rückt und nicht die Reise selbst, wenn z. B. Frankfurt-Paris in einer halben Stunde möglich wäre. Das hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf alle Produkte der Deutschen Bahn.

Mit Qixxit verstehen wir uns als Mobilitätsdienstleister und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, alle relevanten Mobilitätsalternativen aufzuzeigen, um Nutzern mit Mobilitätsbedürfnis den Zugang zu allen Verkehrsmitteln zu vereinfachen. Qixxit wird weiterhin für den digitalen Fortschritt bei inter- und multimodalen Reisen stehen und durch Einfachheit und Vernetzung aller relevanter Informationen Mehrwerte für die Nutzer schaffen.

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Frank Merkel

Projekt Qixxit, DB Vertrieb GmbH

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