Woher kommt die Tastaturbelegung?

Aus unserer Reihe: Bitkids


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Der 8-jährige Lauritz aus Berlin ist riesiger Fan des Fußballvereins FC Bayern München. Neulich wollte er wissen, was im Internet alles über seine Lieblingsmannschaft steht. Dafür hat er sich an den Computer seiner Mama gesetzt. Um den Begriff ‚FC Bayern München‘ einzugeben, hat er erst einmal auf der Tastatur die einzelnen Buchstaben gesucht. Darum stellt Lauritz uns folgende Frage:

Zitat

„Warum sind auf der Computer-Tastatur die Buchstaben alle so wild durcheinander und nicht der Reihe nach angeordnet? “

Lauritz, 8 Jahre

Die Tastatur ist schon viel älter als der Computer. Davor gab es die Schreibmaschine, und die hatte auch schon Tasten. Aber wer hat die Schreibmaschine erfunden? Dazu gibt es eine Legende:

In der Toskana lebte die wunderschöne Gräfin Carolina. Ein junger Mann namens Pellegrino war unsterblich in sie verliebt. Die beiden haben sich ganz oft Briefe geschrieben, und zwar in Handschrift. Aber Carolina konnte immer schlechter sehen. Irgendwann hat sie dann ihre eigene Schrift auf dem Papier nicht mehr erkannt. Pellegrino hat deshalb eine Maschine mit ganz vielen Tasten erfunden. Daher auch der Begriff Tastatur. Jede Taste stand für einen Buchstaben aus dem Alphabet. Und ganz am Anfang waren die Buchstaben sogar alphabetisch angeordnet. Carolina hat dann erfühlt, für welchen Buchstaben sie welche Taste drücken musste. So konnte sie ihrem Geliebten Pellegrino wieder Briefe schreiben, mit der allerersten Schreibmaschine.

Die Schreibmaschine funktionierte so: Jedes Mal, wenn der Schreiber auf eine Taste drückte, schnappte ein Hebel nach oben. Dieser sogenannte Typenhebel hat dann den Buchstaben auf das Blatt gedrückt. Die Farbe dafür kam von einem Farbband, das zwischen dem Papier und dem Hebel lag. Dabei gab es aber ein Problem. Manchmal hat jemand zwei Buchstaben geschrieben, die auf der Tastatur eng nebeneinander lagen, weil sie auch im ABC aufeinander folgen. Wenn die Hebel sich aber nahe waren, dann haben sie sich schnell ineinander verhakt und erst einmal geklemmt. Um das zu reparieren, musste man mit der Hand in die Maschine greifen. Dabei wurden die Finger von der Farbe ganz schön schmutzig. Außerdem dauerte das lange.

Vor 147 Jahren, im Jahr 1868, hat ein Zeitungsmacher aus Amerika deshalb die Tasten neu angeordnet. Dabei hat er die Buchstaben, die oft in einem Wort zusammen vorkommen, ganz weit auseinander gelegt. So haben die Hebel nämlich seltener geklemmt. Als dann der Computer kam, wurde diese Tastatur einfach übernommen. Die Tastatur ist übrigens nicht in allen Ländern einheitlich. Die deutsche Tastatur nennt man auch die QWERTZ-Tastatur, wegen der ersten Buchstabenreihe links oben. Die amerikanische Tastatur heißt QWERTY-Tastatur und die Franzosen nennen ihre Tastatur AZERTY, denn die Buchstaben sind jeweils anders angeordnet. Im Englischen wird das Y nämlich häufiger benutzt als im Deutschen, etwa für Wörter wie ‚Yes‘ und ‚You‘. Im Französischen ist das A ohne Akzent nicht so wichtig wie in anderen Sprachen, denn dort gibt es auch noch eine Taste für die beiden Buchstaben Á und À mit Akzent, so wie wir in Deutschland extra Tasten für Ä, Ö und Ü haben.

Die "Typenhebel" einer Schreibmaschine. Jede Taste auf der Schreibmaschine ist mit einem dieser Hebel verbunden.

Eine der ersten Schreibmaschinen, deren Tasten mit den Buchstaben Q,W,E,R,T,Z beginnen.

Der amerikanische Buchdrucker Christopher L. Sholes vor seiner Erfindung - dem typewriter.

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