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3 Fragen an: Boris Goldshteyn

CEO ALLVR

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„ VR und AR werden den Markt und die Industrie in den nächsten Jahren maßgeblich prägen “

Mit ALLVR können dank Virtual Reality Entwürfe und Pläne so präsentiert werden, als würden sie bereits existieren. Immobilienmakler können außerdem mit ihren Kunden Wohnungen virtuell besichtigen. Wie sind Sie auf die Idee für ALLVR gekommen?

Das erste Erlebnis eine VR-Brille aufzusetzen, vergisst man nicht. Als ich das erste Mal eine tragen konnte, wusste ich, dass das die Technologie der nächsten Jahre sein wird. Leider hatte ich das Gefühl, dass der Fokus sehr stark auf Gaming oder Entertainment lag – industrielle Anwendungsfälle und Lösungen waren nur in einem geringen Umfang vorhanden. Als ich mit einer Freundin über Ihre Probleme bei der Visualisierung von ihren Planungen im Architekturstudium sprach, ist die Idee geboren worden. Heute ist die Freundin Teil des Teams und entwickelt mit an der Lösung für ihre ehemaligen Kollegen.

Sprechen Sie damit nur Architekten und Makler von High-End-Objekten an oder eignet sich Ihre VR-Lösung auch für andere?

Wir möchten mit unserer Plattform eine Schnittstelle und einen einfachen Zugang zur VR für die Industrie und deren Kunden schaffen. Auch wenn es mittlerweile viele Geräte gibt und die gesamte Welt von den wunderbaren Brillen spricht, ist der Weg von einer Planung oder einem 360-Grad-Objekt hin zur Brille für einen Laien sehr kompliziert, wenn die Darstellung mit entsprechender Qualität und Performance gewährleistet werden soll. Viele wissen nicht: Welche Möglichkeiten ergeben sich mit den Geräten? Welche Geräte gibt es? Wie kommen die Daten dort rein oder am besten gleich direkt zum Kunden? Wie kommuniziere ich über das Gesehene? Unserer Plattform soll diese Fragen durch eine Automatisierung lösen und dem Nutzer einen simplen und schnellen Umgang mit der Technologie ermöglichen.

Virtual Reality wird das nächste Big Thing, sagen Experten. Wo steht die Entwicklung?

Ich sehe VR noch ganz am Anfang. Es gibt noch viel Potential nach oben. Zum einen geht es wie immer um die Qualität: Die Geräte liefern derzeit noch Auflösungen, welche sich im Full-HD Bereich pro Auge einpendeln. Optimal wären 4K oder gar 8K pro Auge. Derzeitige Hardware reicht dafür leider nicht aus. Software-technisch ist ebenfalls noch Luft nach oben. Daten sollten performant aufbereitet werden, damit der angeschlossene PC nicht mehr mehrere Tausend Euro kosten muss. Die nächste Sache wäre die Mobilität: Kunden wollen sich nicht teure PCs anschaffen müssen, welche per Kabel mit der Brille verbunden sind. Das stört und kann schlecht transportiert werden. Ich sehe den Trend in der mobilen VR, weswegen ein 3D-Rendering in der Cloud die Lösung der Zukunft darstellt. Auch den Bereich Augmented Reality (AR) schätze ich in der Zukunft noch stärker ein. Google Glass war noch nicht bereit, die Entwicklung der HoloLense von Microsoft setzt aber schon hohe Maßstäbe. Der Markt und auch die Zahl möglicher Anwendungen sind mit AR weitaus höher, dennoch braucht die Technologie noch einige Jahre an Entwicklungszeit, um das volle Potential auszunutzen. VR und AR werden den Markt und die Industrie in den nächsten Jahren meiner Meinung nach maßgeblich prägen.