Einsatzbereiche von 3D-Druck

Es gibt wohl kein besseres Beispiel, mit dem gezeigt werden kann, wie aus digitalen Daten praktisch per Knopfdruck ein greifbares Produkt wird. Dabei wird das Prinzip der Fertigung von Gütern praktisch umgekehrt: Bislang werden Gegenstände vor allem durch das Abtragen von Material geformt, etwa indem ein Stück Metall oder Holz von Maschinen oder Menschen gefräst, geschliffen, gedreht oder gehobelt wird (sogenannte zerspanende oder subtraktive Bearbeitung). Dagegen entstehen Produkte bei den sogenannten additiven Verfahren indem Material schichtweise aufgetragen wird. Darum wird im industriellen Umfeld meistens von Additiver Fertigung gesprochen und formell zum Beispiel in ISO so bezeichnet. Gleichwohl wurde der Begriff 3D-Druck sehr populär, der nun als de facto Standard für diese Fertigungsverfahren in der breiten Öffentlichkeit und den Leitmedien verwendet wird.

Themen

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Wolfgang Dorst

Bereichsleiter Industrial Internet Bitkom e.V.

3D-Druck in der Architektur

3D-Druck-Modelle machen Planungen und Visionen greifbar. Architekten nutzen sie als Veranschaulichungshilfe für ihre Kunden. Dabei sind die Modelle aus dem 3D-Drucker besonders filigran und detailgetreu.

3D-Druck im Haushalt

Ein Armband oder ein Stiftbecher, Vasen, Schmuckboxen, Tassen und vieles anderes mehr – mit einem hauseigenen 3D-Drucker kann man sich den Gang ins Geschäft manchmal sparen. Modelle für den Hausgebrauch sind erschwinglich geworden und liegen heute im mittleren dreistelligen Eurobereich.

3D-Druck in der Industrie

Um Prototypen zu testen, Modelle für Werkzeug- und Formenbau sowie Teile oder Ersatzteile zu produzieren, kommen 3D-Drucker im Maschinen- und Automobilbau sowie in der Luftfahrttechnik zum Einsatz. Das additive Verfahren ermöglicht Gewichtsreduktion, Design-Freiheit und Individualisierung. Das macht es kostengünstig.

3D-Druck im Kunst & Design

Kunst/Design: Künstler müssen nicht mehr am Material werkeln, feilen oder schleifen. Sie entwerfen ihr 3D-Modell am Computer einfach digital, erstellt wird das Objekt dann von einem 3D-Drucker. Dafür gibt es eine wachsende Vielzahl der unterschiedlichsten Materialien: Keramik, Aluminium, Gold, Bronze, Kunststoffe oder Mischformen. Ein weiteres Anwendungsbeispiel: In Museen können Blinde mit Hilfe 3D-gedruckter Modelle die ausgestellte Kunst „erfühlen“.

3D-Druck in der Lebensmittelindustrie

Spritzdüsen drucken kleine Figuren und Muster aus Zucker, Kartoffelbrei, Leberpastete, Nudelteig oder Marzipan. Mit dem 3D-Druck können Gastronomen oder Konditoren filigrane Kunstwerke schaffen, ganz nach Kundenwunsch.

3D-Druck in der Medizin & Forschung

3D-Drucker können individualisierte Prothesen oder Zahnkronen ausdrucken. Und um sich auf Operationen vorzubereiten, können Ärzte an Organ-Modellen aus dem 3D-Drucker schon mal den Ernstfall üben.

3D-Druck für Textilien

Ob Schuh oder Kleid - was jeder hat, ist langweilig. Mit dem 3D-Drucker lassen sich dagegen Kleidungsstücke und Schuhe mit individuellen Designs in kleiner Stückzahl herstellen. Der Vorteil: Die Produkte können direkt an Körper- oder Fußform maßangepasst werden.

Verpackungsindustrie

Empfindliche und zerbrechliche Produkte bekommen dank dem 3D-Druckverfahren maßgeschneiderte Verpackungen. Außerdem ermöglicht der 3D-Druck der Verpackungsindustrie, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen, etwa Kleinserien oder auch hochwertige Einzelstückfertigungen für Kosmetiktiegel oder Parfumflakons.

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