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Themenseite: Drohnen

Zivile Drohnen sind auf dem Vormarsch und erfreuen sich in jüngster Vergangenheit immer größerer Beliebtheit in der kommerziellen und auch in der privaten Anwendung. Die Bedeutung von UAVs (engl. Unmanned aerial vehicle, dt. unbemanntes Luftfahrzeug) erstreckt sich bereits heute über zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen. Der Einsatz von Drohnen und die aufkeimende Entwicklung neuer, innovativer Geschäftsmodelle tangiert Bereiche wie die öffentliche Sicherheit (Katastrophenschutz und Polizeiarbeit), Land- und Forstwirtschaft, medizinische Versorgung und die Luftbilderstellung. Darüber hinaus finden sich bereits erste Anwendungsbeispiele in den Bereichen Logistik, sowie in der Wartung und Instandhaltung.

Der Einsatz von Drohnen birgt großes Potential für wirtschaftliches Wachstum und ermöglicht einen Perspektivenwechsel, der schon heute für die breite Masse erschwinglich ist. Aus der zunehmenden Zahl an Drohnen erwächst ein gewisser Regulierungsdruck- und bedarf, dem aktuell auf verschiedenen politischen Ebenen durch Schaffung regulatorischer Rahmenbedingungen begegnet wird.

  • Nationale Ebene

Mit der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ vom 06. April 2017 wurde erstmalig ein Rahmen auf bundespolitischer Ebene für den Betrieb von Drohnen geschaffen.

  • Europäische Ebene

Die bisherige Regulierung von UAVs mit einer Masse von 150 kg obliegt bislang den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten. Am 07. Dezember 2015 legte die EU-Kommission ihre Luftverkehrsstrategie vor, das sogenannte „Aviation Package“, in dem u.a. der sichere Betrieb von Drohnen als ein zentrales Ziel ausgewiesen wird. Um eine EU-übergreifende Regulierung zu erwirken, wird die Basisverordnung (EG) Nr. 216/2008 dazu in 2018 revidiert und der Kompetenzbereich der EASA auf alle UAVs erweitert. Nach der Veröffentlichung der EASA Opinion Nr. 01/2018 wird die Verabschiedung der Implementing Rule durch die EU-Kommission für Q4/2018 erwartet.

  • Ein Blick in die Zukunft

Im Rahmen der pan-europäischen SESAR (Single European Sky ATM Research Programme)-Initiative der europäischen Kommission und EUROCONTROL nimmt die Integration von Drohnen in bestehende und zukünftige Luftraumstrukturen einen wichtigen Stellenwert ein. Die U-space Vision sieht die Schaffung neuer automatisierter, digitaler Services und spezifischer Prozeduren vor, die eine sichere und effiziente Durchführung komplexer, voll- oder teilautomatisierter Drohneneinsätze ermöglichen soll. U-space wird in vier verschiedenen Phasen ausgerollt. Die erste Phase (U1) soll im Jahr 2019 erschlossen sein und Services wie „e-registration“, „e-identification“ und „geofencing“ beinhalten. Deutlich erkennbar ist, dass der europäische Ansatz stark von Themen wie dem Datenaustausch, der Datenverfügbarkeit und der allgemeinen digitalen Infrastruktur abhängig ist.

Der Digitalverband Bitkom setzt sich für eine technologiefreundliche Regulierung der zivilen Drohnennutzung ein. Nur so können innovative Geschäftsmodelle, die auf dem Einsatz von Drohnen basieren, am Wirtschaftsstandort Deutschland entstehen und nachhaltig betrieben werden.

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Bild zum Ansprechpartner

Julius Katzmareck

Referent Luftfahrt & 3D-Druck Bitkom e.V.

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